Das kann passieren, wenn Ihr Euer Auto nicht richtig kratzt

Chemie zum Enteisen ist umstritten
Chemie zum Enteisen ist umstritten  © Sven Gleisberg

Lößnitz - Eine VW-Fahrerin (56) streifte am Abend auf der B 169 in Lößnitz ein Auto - weil sie laut Polizei nur ein Guckloch in die vereiste Scheibe gekratzt hatte. Schaden: rund 5.000 Euro. Eine Kaskoversicherung kommt für diese grobe Fahrlässigkeit nicht auf.

Nicht nur bei einem Unfall kann eine „Blindfahrt“ teuer werden, sagt Polizeisprecher Andrzej Rydzik (31). „Wer vor Fahrtbeginn nicht rundum für freie Sicht sowie für eine eis- und schneefreie Beleuchtung sorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit“ - und muss zahlen.

Jörg Vieweg (45), Automobilclub Europa (ACE) Sachsen-Süd, warnt vor Leichtsinn: „Freie Sicht ist lebenswichtig! Lieber fünf Minuten eher aufstehen und das Auto von Schnee und Eis befreien. Natürlich inklusive der Seitenscheiben hinten.“

Jörg Vieweg rät, das Auto nach einer Frostnacht warm laufen zu lassen, um Scheiben und Wischer zu schonen und das Anlaufen von innen zu verhindern. Dagegen warnt der Experte vor Enteisersprays: „Die sind oft schädlich für Auto und Umwelt.“

TAG24 fand am Kaßberg dennoch Fahrer, die im Blindflug in den Verkehr starteten. Dagegen vorbildlich kratzte Jürgen Jacobi (72) sein Auto frei: „Nach 50 Jahren Führerschein kann ich nicht mehr anders.“

Auch Torsten Terlinden (49) hält sich „zu 99 Prozent“ an die Vorschrift: „Sehe ich nichts, fahre ich nicht - schon meinen Kindern zuliebe.“

Torsten Terlinden (49) zeigt, wie er nie fahren würde - mit Guckloch
Torsten Terlinden (49) zeigt, wie er nie fahren würde - mit Guckloch  © Sven Gleisberg