Autoindustrie weigert sich, Diesel technisch nachzurüsten

Berlin - Die deutsche Autoindustrie lehnt technische Nachrüstungen an Motoren oder Abgasanlagen bei Millionen betroffenen Diesel-Fahrzeugen weiter ab.

Die deutsche Autoindustrie lehnt technische Nachrüstungen bei Dieseln ab. (Bildmontage)
Die deutsche Autoindustrie lehnt technische Nachrüstungen bei Dieseln ab. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, sagte am Montag der DPA in Berlin, solche Hardware-Umbauten seien "sehr, sehr komplex" und würden zwei bis drei Jahre dauern: "So viel Zeit haben wir nicht."

Hardware-Nachrüstungen führten bei den umgerüsteten Autos zu mehr Verbrauch und damit mehr CO2-Ausstoß.

Der VDS-Chef verwies auf dem "Future Mobility Summit" auf Software-Updates, mit denen die Hersteller den Schadstoffausstoß von Dieselautos senken wollen.

Bei dem Mobilitätskongress forderte Grünen-Chef Anton Hofreiter (47) für generelles Aus für Verbrennungsmotoren (TAG24 berichtete).

Die Industrie arbeite zudem eng mit den Kommunen zusammen. Umweltverbände fordern aber seit langem auch Hardware-Nachrüstungen, weil diese wirksamer seien.

Mattes verteidigte den Diesel, dessen Image durch den Abgasskandal schwer belastet ist. Außerdem trägt der Antrieb erheblich dazu bei, dass Schadstoffgrenzwerte in vielen Städten nicht eingehalten werden. Mattes sagte, moderne Diesel seien sauber.

Der VDA-Chef nannte einen "Spiegel"-Bericht über einen geplanten Milliarden-Fonds zur Hardware-Nachrüstung eine "Spekulation". Das Magazin hatte berichtet, in der Regierung gebe es Überlegungen, zumindest einen Teil der Dieselflotte technisch wirksam nachrüsten zu lassen.

Dazu werde geprüft, ob Autokonzerne fünf Milliarden Euro in einen Fonds einzahlen. Die Regierung würde angeblich Geld zuschießen.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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