Mann will neues Auto und wundert sich über einen Vermerk auf dem Bestellzettel

Glasgow (Schottland) - Der wohl wichtigste Aspekt bei der Anschaffung eines Autos ist der Preis. Doch genau den will das Autohaus einem Schotten nicht verraten.

Musikliebhaber John Hamill weiß nicht, was er für seinen neuen Mercedes-Benz bezahlen soll. (Symbolbild)
Musikliebhaber John Hamill weiß nicht, was er für seinen neuen Mercedes-Benz bezahlen soll. (Symbolbild)

Das Kaufen von Autos ist eine anstrengende Angelegenheit. Nachdem man sich auf ein bestimmtes Budget festgelegt hat, gilt es Marke, Modell, Ausstattung, Farbe, Felgen, und und und auszuwählen.

Diese Reihe an teils komplexen und nervenaufreibenden Entscheidungen musste auch der Schotte John Hamill treffen.

Schlussendlich fiel die Entscheidung des 65-Jährigen auf einen Mercedes-Benz CLA, den er dann auch beim örtlichen Autohaus in Glasgow bestellte.

Nach der Zahlung einer Kaution in Höhe von 500 britischen Pfund (583 Euro) bekam Hamill dann auch das Bestellformular ausgehändigt.

Auf ihm ein großer Stempel: "Der Kaufpreis des Autos kann sich bis zum Tag der Auslieferung noch ändern."

Der verdutzte Käufer zu Metro: "Ich habe das Auto bestellt, die Kaution in Höhe von 500 Pfund bezahlt und sie haben mir die Rechnung gegeben - dabei habe ich herausgefunden, dass der Preis, den ich schlussendlich zahlen werde, unbekannt ist."

"Sie konnten mir keine Schätzung geben, wie hoch der Preis sein würde, weil sie nicht wissen, was passiert."

Brexit für Schlamassel verantwortlich

Ein großer Brexit-Stempel ziert die Rechnung von John Hamills neuem Mercedes CLA.
Ein großer Brexit-Stempel ziert die Rechnung von John Hamills neuem Mercedes CLA.  © Screenshot/Twitter/sparkyhamill

Doch warum kann das Autohaus keinen definitiven Preis nennen und weiß nicht, "was passiert"?

Verantwortlich dafür ist nicht Mercedes-Benz selbst, sondern der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs. Durch den Brexit könnte es zu Zöllen kommen, die die Gewinnmarge des Autobauers in Gefahr bringen.

Dabei ist der CLA von Hamill nur die Spitze des Eisbergs. Auch die britische Autoindustrie wäre betroffen:

"Die britische Automobilproduktion wird vom Export bestimmt und wir freuen uns darauf mit der neuen Regierung zusammenzuarbeiten, um ein ehrgeiziges Handelsabkommen mit der EU zu erzielen", so ein führender Vertreter der Autoindustrie.

"Dieses Abkommen muss zollfrei sein und Handelshemmnisse vermeiden, was für die Industrie bedeutet, dass unsere Standards angeglichen werden müssen."

Übrigens, für John Hamill kommt es noch schlimmer. Nicht nur der Preis ist ungewiss, sondern auch das Lieferdatum.

Das sagt Mercedes-Benz

Mercedes-Benz begründet den Stempel so: "Die Information auf dem Bestellformular von Herrn Hamill soll dem Kunden mitteilen, dass wir unsere Preise überprüfen werden, wenn ein Zolltarif auf nach Großbritannien eingeführte Autos, nach Verlassen der EU, anwendbar wird."

Spannende Zeiten warten auf Großbritannien.

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