Diesem fahrerlosen Bus könnt Ihr jetzt in Hamburg begegnen

Hamburg - Die Zukunft des Nahverkehrs wird jetzt in der Hamburger Hafencity erprobt.

Bei einem Pressetermin wurde der fahrerlose Kleinbus in der Hamburger Hafencity vorgestellt.
Bei einem Pressetermin wurde der fahrerlose Kleinbus in der Hamburger Hafencity vorgestellt.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Kein Lenkrad, keine Außenspiegel, dafür Kameras, Radar und Geschwindigkeitsmesser: Der neuentwickelte, selbstfahrende Elektro-Kleinbus, mit dem ein Mobilitätsangebot für den öffentlichen Nahverkehr in Metropolen wie Hamburg getestet werden soll, ist am Mittwoch erstmals vorgestellt worden.

"Das ist schon was besonderes", sagte Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) am Mittwoch. "Hamburg kann stolz darauf sein, welche Innovationsfelder wir adressieren."

Bis der Shuttle-Bus fahrerlos im Straßenverkehr und mit Geschwindigkeiten von 50 Stundenkilometern unterwegs ist, wird er zunächst zwei Jahre lang im Rahmen des Entwicklungs- und Forschungsprojekts getestet.

Daher muss sich gedulden, wer mit dem Shuttle-Bus im Testgebiet der Hafencity unterwegs sein will. Erst von Mitte 2020 an sollen Fahrgäste an Bord sein, wie die Projektbeteiligten, darunter die Stadt, die Hochbahn, Siemens Mobility und IAV Automotiv Engineering, mitteilten.

Der Kleinbus ist zunächst mit einem Fahrzeugbegleiter und einer Geschwindigkeit von 15 km/h unterwegs. Er ist vorerst für zehn Fahrgäste zugelassen, die auf Sitzbänken Platz nehmen können. Eine Rampe macht ihn barrierefrei zugänglich.

Projekt kostet etwa fünf Millionen Euro

So sieht der autonom fahrende Kleinbus im Inneren aus.
So sieht der autonom fahrende Kleinbus im Inneren aus.  © dpa/Daniel Bockwoldt

In der im August startenden ersten Phase soll das fünf Meter lange Fahrzeug, das wie eine größere Gondel auf vier Rädern wirkt, zunächst auf dem Großen Grasbrook unterwegs sein, wie Siemens-Projektleiter Jan Voss erläuterte.

Dort werde vor allem die selbstständige Einfahrt in die Kreuzung zum Dalmannkai getestet. Dabei kommuniziert der Shuttlebus mit acht mit Technik vollgepackten Masten.

Danach soll sukzessive ein Rundkurs über Sandtorkai und Sandtorpark bewältigt werden, bevor die Strecke 2021 auf 1,8 Kilometer - inklusive Haltestellen - bis zur Elbphilharmonie verlängert wird.

"Es werden hier viele Entwickler in Warnwesten und mit Laptops unterwegs sein. Denn wir müssen lernen, lernen, lernen", ergänzte Voss.

Die Erkenntnisse werden für den weiteren Fortgang genutzt - "stufenweises Vorgehen" heißt es für die Verantwortlichen des rund fünf Millionen Euro teuren Projekts "Heat", was für "Hamburg Electric Autonomous Transportation" steht.

Leitstelle kann im Notfall eingreifen

Der Bus ist mit Sensoren ausgestattet.
Der Bus ist mit Sensoren ausgestattet.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Noch sei nicht sicher, ob sich autonomes Fahren flottenweise in Metropolen durchsetzen wird, sagte Hochbahn-Chef Henrik Falk. Aber weltweit gebe es Druck auf das Thema, und Hamburg wolle vorn dabei sein.

Im Gegensatz zu anderen autonomen Fahrzeugen mit Geschwindigkeiten von maximal 15km/h auf Klinik- oder Kurgeländen, soll das Hamburger Fahrzeug im öffentlichen Nahverkehr mitfahren.

Dabei wird es von der Leitstelle der Hochbahn überwacht werden, die im Notfall per Knopfdruck das Fahrzeug stoppen, Türen öffnen und über Funk mit den Fahrgästen reden kann, wie Jürgen Druve von der Leitstelle berichtete.

Neben den technischen Herausforderungen gehe es auch darum, wie das Fahrzeug in der Öffentlichkeit angenommen wird, sagte Hochbahn-Chef Falk.

Das soll sich bis zum ITS-Weltkongress für intelligente Verkehrssysteme 2021 nun in Hamburg zeigen.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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