Bürojob? Nein Danke! Diese 19-Jährige schraubt lieber an Oldtimern

Sue (19) macht die Arbeit in der 
technischen Restauration viel Freude. Hier arbeitet sie an einer Kühlermaske von 
einem Horch.
Sue (19) macht die Arbeit in der technischen Restauration viel Freude. Hier arbeitet sie an einer Kühlermaske von einem Horch.  © Klaus Jedlicka

Zwönitz - Ein Bürojob? "Das ist nichts für mich!", wusste Sue Fröhlich (19) schon in der Schule. Wer ihr auf die Finger schaut, sieht Schmieröl statt Nagellack. Statt auf Tastaturen hämmert die junge Frau lieber Stahlblech.

Sue ist der einzige weibliche Azubi für Karosserie- und Fahrzeugbau ihres Jahrgangs. "Im ersten Lehrjahr gab es dafür manchmal einen Spruch. Das hat sich gelegt", sagt die angehende Handwerkerin.

Kein Wunder, denn Sue Fröhlich verwandelt im Zwönitzer Restaurationsbetrieb Werner Zinke schrottreife Oldtimer in funkelnde Schmuckstücke. Dafür formt sie ganze Karosserieteile.

"Die grobe Form entsteht mit einem Holzhammer, danach wird das Blech auf der Rollenstreckmaschine wieder geglättet." Der Männerberuf ist für Sue der absolute Traumjob: "Die Arbeit ist sehr kreativ und zupacken macht mir nichts aus."

Frauen wie Sue Fröhlich erobern immer häufiger vermeintliche Männerdomänen. Robert Schimke, Sprecher der Handwerkskammer: "Was vor 15 Jahren absolute Ausnahme war, entwickelt sich zum Trend. Vor allem bei Tischlern, Malern und Lackierern werden jetzt häufiger junge Frauen ausgebildet."

Männerberufe zum Anschauen gibt’s am 11. März in der HWK beim Tag der offenen Meisterschule. 10 und 15 Uhr finden in der Limbacher Straße 195 Rundgänge durch die Kfz-Werkstätten und Schauvorführungen im Schmieden statt.

Für ihren Job braucht Sue richtig 
Muckis, um das Blech mit einem Holzhammer zu bearbeiten.
Für ihren Job braucht Sue richtig Muckis, um das Blech mit einem Holzhammer zu bearbeiten.  © Klaus Jedlicka
Für die Handwerkerin kam ein Bürojob nie infrage. Sue will lieber kreativ sein.
Für die Handwerkerin kam ein Bürojob nie infrage. Sue will lieber kreativ sein.  © Klaus Jedlicka

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