Azubis gesucht! Sachsens Fischer angeln nach Nachwuchs

Toller Hecht! Toni Viehweger (14) präsentiert stolz seinen kapitalen "Fang".
Toller Hecht! Toni Viehweger (14) präsentiert stolz seinen kapitalen "Fang".  © Klaus Jedlicka

Kirchberg/dresden - In Cunersdorf bei Kirchberg (Landkreis Zwickau) feierten am Sonnabend hunderte Fischfreunde und viel Polit-Prominenz feucht-fröhlich den Auftakt der Karpfensaison.

Die gute Stimmung beim Abfischen konnte jedoch nicht darüber hinweg täuschen: Sachsens Fischer plagen große Nachwuchssorgen.

Lediglich drei Jugendliche aus Sachsen gingen in diesem Jahr in der Fachrichtung "Aquakultur und Binnenfischerei" an den Start. Die Jahre zuvor gab es kaum mehr Andrang. Derzeit lernen im zweiten Lehrjahr zwei und im dritten Lehrjahr acht Azubis aus dem Freistaat. 

Zum Vergleich: Vor gut zehn Jahren schlossen im Schnitt noch zehn sächsische Jugendliche pro Jahr erfolgreich die Berufsschule in Königswartha ab.

Die 16. Sächsische Fischkönigin Sarah Appenfelder präsentiert sich standesgemäß mit einem stattlichen Karpfen.
Die 16. Sächsische Fischkönigin Sarah Appenfelder präsentiert sich standesgemäß mit einem stattlichen Karpfen.  © Klaus Jedlicka

Marco Jung (27), Geschäftsführer des Sächsischen Landesfischereiverbands, hat auch Erklärungen für den traurigen Trend: "Das Berufsbild Fischwirt ist relativ unbekannt. Der Job ist mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden. Das wollen leider immer weniger Leute machen."

Der Nachwuchs-Mangel könnte für die Binnenfischerei verheerende Folgen haben, denn in den Betrieben steht in fünf bis zehn Jahren ein Generationswechsel an.

Die Fischer haben kaum fette Köder, um sich junge Fachkräfte zu "angeln" - reich wird in dem Job kaum jemand. Dazu kommt, dass die potente dänische Konkurrenz hierzulande den Fachkräftemarkt leerfischt.

Marco Jung: "Eine Hauptaufgabe unseres Verbandes wird es darum in der Zukunft sein, junge Menschen für die heimische Fischerei zu gewinnen."


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