Was steckt wirklich hinter dem "Hooligan"-Angriff auf AfD-Bus?

Mehrere Babelsberg-Fans stehen vor dem Bus und liefern sich ein Pöbel-Duell mit den Insassen.
Mehrere Babelsberg-Fans stehen vor dem Bus und liefern sich ein Pöbel-Duell mit den Insassen.

Potsdam – Am Dienstag machte eine Meldung die Runde, wonach ein Wahlkampfbus der brandenburgischen AfD nach Angaben des AfD-Landtagsabgeordneten Thomas Jung in Potsdam von linken Aktivisten angegriffen worden sei.

Eine entsprechende Anzeige soll am Montag aufgenommen worden sein und die Ermittlungen würden vom Staatsschutz übernommen, berichtete eine Sprecherin der Polizeidirektion West.

Nach Angaben von Jung war der Bus mit zehn Parteimitgliedern an Bord am Sonntag vor dem Karl-Liebknecht-Stadion im Stadtteil Babelsberg von einem Dutzend Personen umringt worden. Das Stadion ist Heimstätte des SV Babelsberg, der durch eine linke Fanszene geprägt ist.

"Die Hooligans brüllten "Haut ab!", rissen eine Werbe-Folie des Busses ab und zerschlugen ein seitliches Fenster", berichtete Jung. Dann sei es dem Fahrer gelungen, mit dem Bus langsam der Menge zu entkommen. Die AfD bezifferte den Schaden auf rund 2000 Euro.

Deutlich anders stellt sich die Situation allerdings dar, wenn man die Aussagen der Gegenseite hört und vor allem ein Video anschaut, welches ausgerechnet die Junge Alternative von dem Vorfall bei Facebook veröffentlichte.

Nach Angaben von beteiligten Babelsberg-Fans gegen über den Potsdamer Neuesten Nachrichten sei eine Gruppe zu dem AfD-Bus gegangen, als sie diesen bemerkte. Sie hätten dann Dinge wie "Haut ab" oder "Schämt euch" gerufen. Beschädigt oder abgerissen worden sei aber nichts.

In dem von der Jungen Alternative veröffentlichten Video stellt sich die Lage ähnlich dar. Die Menschen, die auf den Bus zuschlendern, sehen nicht wie Hooligans aus, es sind Frauen darunter, eine trägt sogar ein Kleinkind auf dem Arm. Sie benehmen sich auch weit weniger aggressiv, als die Darstellung Jungs vermuten lässt. Es wird wechselseitig gepöbelt in den Bus hinein und aus ihm heraus.

Zu hören ist allerdings immer wieder, dass der Busfahrer losfahren solle, weil "sie etwas abreißen". Von der Zerstörung einer Scheibe ist hingegen nichts zu sehen.


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