Baby wird totgeschüttelt, aber niemand wird verurteilt

Im November 2015 starb ein drei Monate altes Baby an einem Schädel-Hirn-Trauma (Symbolbild).
Im November 2015 starb ein drei Monate altes Baby an einem Schädel-Hirn-Trauma (Symbolbild).

Mühlheim - Ein drei Monate altes Baby wird so brutal geschüttelt, dass die Atmung aussetzt. Das Mädchen wird in die Uniklinik Essen gebracht, wo es drei Tage später verstirbt. Das war 2015. Jetzt wurde das Verfahren eingestellt - ohne Strafen für die Tatverdächtigen.

Die Mutter (27) des toten Säuglings hatte im November 2015 einen Termin beim Jugendamt, bat deshalb einen Freund, auf ihr Baby aufzupassen. Als der das Kind füttern wollte, fiel ihm auf, dass es nicht mehr atmete.

Das Mädchen kam ins Universitätsklinikum nach Essen, wo es notoperiert wurde. Drei Tage dauerte der Überlebenskampf des Babys, dann verstarb es. Diagnose der Ärzte: Schädel-Hirn-Trauma nach Gewaltanwendung.

Die Mordkommission schaltete sich ein, verdächtigte die Mutter, sowie den Freund, der auf das Baby aufpasste.

Während der Ermittlungen kamen erschreckende Details ans Licht. So habe die dreifache Mutter schon mehrmals mit dem Jugendamt zu tun gehabt. Bereits 2013 nahm das Amt ihre vier und sechs Jahre alten Kinder ein erstes Mal weg.

Im April 2015 soll das Sorgerecht dann komplett entzogen worden sein. Ein Gutachten ergab damals, die Mutter sei "erziehungsunfähig". Wie die WAZ berichtet, wurden ihr die beiden Kinder ein zweites Mal weggenommen. Dennoch wurde die Frau ein drittes Mal schwanger...

Als das später verstorbene Mädchen zur Welt kam, wusste das Jugendamt um die problematischen Verhältnisse und bemühte sich um einen Umzug der auffälligen Frau in eine Mutter-Kind-Einrichtung. Die Mühlheimerin lehnte ab. Das Amt schickte täglich eine Haushaltshilfe vorbei, eine Familien-Hebamme unterstützte zusätzlich.

Geholfen haben die Maßnahmen offenbar wenig. Das Baby musste sterben.

Unfassbar aber wahr: Da die Mutter und ihr Freund die Misshandlungen an dem Neugeborenen abstritten und keine brauchbaren Beweise existieren, stellte die Mordkommission das Verfahren mittlerweile ein.


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