Baby Yasmina an Silvester verschleppt: Vater (39) wegen Geiselnahme und Entführung vor Gericht

Neuruppin - Eigentlich sollte es nur ein Ausflug werden, doch plötzlich ist Yasmina verschwunden. Der Vater (39) hatte das damals zehn Monate alte Baby bei der Mutter in Gransee (Oberhavel) am Silvestertag 2017 abgeholt - mit dem Versprechen, das kleine Mädchen am nächsten Tag spätestens zurückzubringen. Doch dies tat er nicht (TAG24 berichtete).

Mit diesem Foto fahndete die Polizei in Deutschland und den Niederlanden nach der kleinen Yasmina.
Mit diesem Foto fahndete die Polizei in Deutschland und den Niederlanden nach der kleinen Yasmina.  © Polizei Brandenburg

Die 18-jährige Mutter von Yasmina meldete noch an Silvester ihre Tochter als vermisst. Daraufhin fahndete die Polizei mit einer Sonderkommission nach dem Kind. Einige Tage später fand man das kleine Mädchen in den Niederlanden, bei der Schwester des 39-Jährigen. Niederländische Beamte nahmen den Mann fest, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

An der erfolgreichen Suche nach dem Kind waren mehr als 100 Polizeibeamte aus mehreren Bundesländern und den Niederlanden beteiligt. Die Ermittlungen seien schwierig gewesen, weil zahlreiche Bekannte und Verwandte der Eltern weit verstreut lebten. Unter anderem hatte die Polizei auch mit Fahndungsplakaten in Flüchtlingsheimen nach dem Kind gesucht.

Nun muss sich der 39-Jährige ab Mittwoch (1. August) vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. "Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Geiselnahme und Entführung Minderjähriger vor", sagte Gerichtssprecherin Iris le Claire der Berliner Zeitung. Yasmina befindet sich seit der Rückkehr aus den Niederlanden in der Obhut des Jugendamtes.

Die 18 Jahre alte Mutter und der 39-Jährige seien als Flüchtlinge aus unterschiedlichen Kulturkreisen im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen, berichtete die Polizei im Januar. Der Mann stamme aus Syrien, die Frau habe einen russischen Migrationshintergrund. Die beiden wurden in Deutschland Eltern der kleinen Yasmina. Später trennte sich das Paar, und der Vater lebte in Rheinland-Pfalz.

Der 39-Jährige habe gefordert, dass die junge Mutter zu ihm zurückkehren solle, sagte Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann. Daher sei der Fall nicht als Kindesentziehung, sondern als Entführung zu werten. Es sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Am 30. August könnte dann das Urteil gesprochen werden. Es drohen dem Mann bis zu fünf Jahre Haft.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0