Mini-Jobberin ist die "eiserne Lady" vom Vogtland

Quellenfrau Ingrid Mootz (61) trägt Streifen. Vor hundert Jahren arbeiteten 
Brunnenmädchen noch in Tracht.
Quellenfrau Ingrid Mootz (61) trägt Streifen. Vor hundert Jahren arbeiteten Brunnenmädchen noch in Tracht.  © Uwe Meinhold

Bad Brambach - Die Brambacher lieben ihre Eisenquelle. Vielen schmeckt das Nass von hier besser als herkömmliches Mineralwasser. Und: Das Heilwasser gibt es gratis. Seit 1920 wird den Anwohnern ein Schöpfrecht gewährt. Aber: Quellenfrau Ingrid Mootz (61) passt auf, das niemand hamstert.

"Früher haben einige ganze Fässer abgefüllt und verkauft", erzählt Mini-Jobberin Mootz. "Das geht jetzt nicht mehr.“ 2006 erließ der Gemeinderat eine neue Quellen-Ordnung und stellte Ingrid Mootz als Aufpasserin an.

Nur wer seinen Hauptwohnsitz in Bad Brambach hat, darf sich Dienstag und Freitag von 14.30 bis 17.30 Uhr fünf Liter pro Person kostenlos holen.

Für Auswärtige kostet jeder mitgenommene halbe Liter 30 Cent. Kurtaxe-Zahlern mit Kurkarte schenkt Quellenfrau Mootz an der Theke aber ein Glas umsonst aus.

Auch Durchreisende kommen in den Genuss, wenn sie sich für einen Euro eine Quellenkarte kaufen. Damit können sie auch am radonhaltigen Wasser der weltberühmten Bad Brambacher Weddinquelle nippen, oder sich durch die Marienquelle und Moritzquelle in Bad Elster trinken.

Favorit der Brambacher ist und bleibt aber die Eisenquelle. Die Fangemeinde lässt sich leicht an den rot-bräunlich schimmernden Flaschen identifizieren. Einige mixen das Wasser mit Sirup, andere mit Apfelsaft.

Quellenfrau Mootz schmeckt "ihr" Wasser mit etwas Sprudel jedenfalls pur am besten - und zwar auch noch nach drei Wochen. "Das Wasser lagert man am besten dunkel im Keller."

"Wallfahrtsort" für Wasserfans: So sieht die von 2003 bis 2006 sanierte 
Eisenquelle heute aus.
"Wallfahrtsort" für Wasserfans: So sieht die von 2003 bis 2006 sanierte Eisenquelle heute aus.  © Uwe Meinhold


Die Brambacher Eisenquelle wurde um 1900 "Schüllerquelle" oder "Sauerbrunnen" 
genannt.
Die Brambacher Eisenquelle wurde um 1900 "Schüllerquelle" oder "Sauerbrunnen" genannt.  © Sammlung Erhard Adler
Der Weg zur Eisenquelle durch den Kurpark ist für viele Brambacher schon ein 
festes Ritual.
Der Weg zur Eisenquelle durch den Kurpark ist für viele Brambacher schon ein festes Ritual.  © Uwe Meinhold

Titelfoto: Uwe Meinhold