Käse-Zoff um Stinkeschild: Nachbarin hat die Nase voll

Bad Heilbrunn - Im Streit um unangenehme Gerüche aus dem Tölzer Kasladen im oberbayerischen Bad Heilbrunn will das Landgericht München II am Dienstag (15 Uhr) eine Entscheidung verkünden.

Der Geschäftsführer des Tölzer Kasladen, Wolfgang Hofmann steht mit einem Foto der Protestschilder vor seinem Laden. Der Käse aus dem Kasladen beschäftig seit Längerem die Gerichte.
Der Geschäftsführer des Tölzer Kasladen, Wolfgang Hofmann steht mit einem Foto der Protestschilder vor seinem Laden. Der Käse aus dem Kasladen beschäftig seit Längerem die Gerichte.  © Angelika Warmuth/dpa

In dem Verfahren geht es darum, ob Hausbewohner ihren Ärger mit Aufklebern an den Scheiben des Ladens Luft machen dürfen, die eine geruchsbelästigte Nase zeigen. Möglich ist ein Urteil - unter Umständen wird das Verfahren aber auch fortgesetzt.

Die Käsefehde zieht sich seit Jahren hin. Die Hausbewohner klagen, der Käsegeruch ziehe unter anderem durch Schächte im Haus in ihre Wohnungen. Das Geschäft umfasst nicht nur einen Laden mit der Käsetheke. In den hinteren Räumen reifen und lagern zudem zwei bis drei Tonnen Käse. Rund 200 Sorten werden hier verpackt und verschickt.

Die olfaktorische Belastungen sowie Fragen der Genehmigung beschäftigten auch schon andere Gerichte. Unter anderem ging es darum, ob das Geschäft, das aus Platzgründen 2016 vom ursprünglichen Standort Bad Tölz in die Räume eines ehemaligen Supermarkts in den Nachbarort Bad Heilbrunn umzog, hier überhaupt betrieben werden darf.

Der Käsehandel samt Käsereifung sei kein Supermarkt und die Nutzung somit nicht erlaubt, argumentierten die Nachbarn.

Gemeinde und Landratsamt lehnten schließlich eine Nutzungsänderung ab. Der Ladeninhaber klagte gegen die Nutzungsuntersagung, scheiterte aber vor dem Verwaltungsgericht München.

Update 16.45 Uhr: Nachbarin darf kein Stinkeschild mehr kleben

Anwohner die sich durch den Käsegeruch gestört fühlten haben Schilder mit einer Nase an den Scheiben des Käseladens angebracht.
Anwohner die sich durch den Käsegeruch gestört fühlten haben Schilder mit einer Nase an den Scheiben des Käseladens angebracht.

Das Landgericht München II gab am Dienstag teils dem Inhaber des Tölzer Kasladens in Bad Heilbrunn recht und teils der Nachbarin.

In dem Verfahren ging es darum, ob Hausbewohner öffentlich davon sprechen dürfen, dass es stinkt und ihrem Ärger auch mit Aufklebern an dem Käseladen Luft machen dürfen.

Die Nachbarin hatte Aufkleber angebracht, die eine geruchsbelästigte Nase zeigten. Das Gericht entschied nun, dass die Nachbarin die Aufkleber nicht mehr anbringen darf.

Die Nachbarin dürfe aber weiter sagen, "dass es eine Geruchsbelästigung gibt und dass sie es als stinkend empfindet", erklärte eine Gerichtssprecherin. "Das ist eine Meinungsäußerung."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es sind Rechtsmittel möglich.

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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