Mitbringsel aus dem Urlaub: Was ist erlaubt und was verboten?

Bad Hersfeld/Gießen/Frankfurt - Wer exotische Souvenirs und Reisemitbringsel aus dem Urlaub nach Deutschland einführen möchte, muss einiges beachten.

Ein speziell dafür ausgebildeter Hund steht vor mehreren Koffern
Ein speziell dafür ausgebildeter Hund steht vor mehreren Koffern  © DPA

Damit es beim Zoll wegen Verstößen keine böse Überraschungen gibt, sollten sich Reisende über Begrenzungen und Verbote informieren.

Wer Tiere oder Pflanzen oder Produkte daraus mitbringe, müsse Artenschutz-Auflagen beachten, appellierte der Zoll.

Auch bei der Einfuhr von Medikamenten, Lebens- und Genussmitteln, Plagiaten und elektronischen Geräten gebe es Bestimmungen zu beachten, sagte ein Zoll-Sprecher angesichts der laufenden Schulferien und des damit verbundenen Reiseverkehrs.

Die Behörden hatten zuletzt viel zu tun mit illegalen Reisesouvenirs. Im vergangenen Jahr registrierte der deutsche Zoll nach eigenen Angaben bei Kontrollen bundesweit 1300 Fälle mit 71.000 konfiszierten Gegenständen.

Das war eine erhebliche Steigerung nach 934 Fällen mit 45.000 Teilen im Jahr 2017. Allein am Frankfurter Flughafen, dem größten bundesweit, waren es im Vorjahr 20.000 Sicherstellungen, wie das dortige Hauptzollamt mitteilte.

Ziemlich eklig: Hier wurden Schlangen und Skorpione in Alkohol eingelegt.
Ziemlich eklig: Hier wurden Schlangen und Skorpione in Alkohol eingelegt.  © Hauptzollamt Gießen/dpa

Auch wenn die Zahl der Post- und Frachtsendungen bei Urlaubssouvenirs zunimmt - das Meiste bringen Urlauber immer noch in Koffern mit. In großen Mengen fischt der Zoll immer wieder Korallen, Muscheln, Schneckengehäuse oder eben auch in Alkohol eingelegte Schlangen und Reptilien heraus.

"Die Flaschen stammen meist aus Asien. Dort werden sie als Potenzmittel oder Allheilmittel gegen alle möglichen Leiden angepriesen", berichtet Zollsprecher Michael Bender vom Hauptzollamt Gießen.

Doch auch harmlos wirkende Einrichtungsgegenstände wie Vasen, etwa aus Nordafrika, können Probleme beim Zoll mit sich bringen. Schließlich kann es sich um archäologisches Grabgut handeln.

Selbst die Ausfuhr von einer Tüte Sand als Erinnerung an den Strandurlaub oder ein paar Steine können unter Umständen Konsequenzen haben.

Mitarbeiter des Hauptzollamtes Frankfurt präsentieren gefälschte Markenprodukte (Archivbild).
Mitarbeiter des Hauptzollamtes Frankfurt präsentieren gefälschte Markenprodukte (Archivbild).  © DPA

Bei der Einreise werden die illegalen Mitbringsel konfisziert. Es drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro, Strafverfahren oder im schlimmsten Fall Haftstrafen, wie Bender erklärte. Die Strafen richten sich nach dem Ausmaß und dem Schutzstatus des Tieres oder der Pflanze. Die Verstöße werden vom Bundesamt für Naturschutz geahndet.

Beliebt ist auch der Einkauf von Medikamenten. Die Einfuhr sei grundsätzlich nur für den Eigenbedarf und in einem der Reise angepassten Bedarf möglich, erklärt der Zoll. Ansonsten sei die Einfuhr verboten oder nur mit einer Genehmigung möglich. "Auch wenn es sich um vermeintlich harmloses Aspirin handelt", sagt Bender.

Auch bei Plagiaten ist Vorsicht geboten. Der Kauf und Besitz von Plagiaten ist in Deutschland zwar nicht verboten, wie Bender sagt. Dagegen sei der Handel mit gefälschten Artikeln strafbar. Bei der Einfuhr solcher Waren aus Nicht-EU-Staaten achte der Zoll darauf, ob nicht eine gewerbliche Absicht erkennbar ist. Geringe Mengen von Imitaten würden geduldet und blieben straffrei.

Bei größeren Mengen wird es ernst. Insgesamt darf auch die Wertgrenze von 430 Euro nicht überschritten werden, wie der Zoll erklärt. Wer etwa Schmuck oder elektronische Geräte über diesem Wert mitbringt, muss die Waren beim Zoll anmelden und muss im Flughafen den roten Ausgang am Zollschalter nehmen. Unterbleibt diese Anmeldung und passiert man grünen Ausgang ist das Schmuggel. Besondere Freigrenzen gibt es für Zigaretten, Tabak und Zigarren oder Alkohol. Das gilt auch für Reisen innerhalb der Europäischen Union.

Zoll-Sprecher Bender sagt: "Wir gönnen jedem sein Urlaubssouvenir. Aber damit eine böse Überraschung am Zoll ausbleibt, sollte man sich vorab informieren, was man überhaupt mit nach Hause nehmen darf." Er empfiehlt auch: "Sammeln Sie Eindrücke, keine Souvenirs."

Titelfoto: DPA


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