Kinderpornos bei Arzt gefunden: Verliert er jetzt seine Zulassung?

Bad Lippspringe - Weil ein Facharzt aus Bad Lippspringe mehrere tausend kinderpornographische Bilder lagerte, soll er nun seine Approbation verlieren. Dagegen geht der Mediziner vor und klagt.

Mehrere tausend Kinderpornos entdeckten die Polizeibeamten beim dem Arzt. (Symbolbild)
Mehrere tausend Kinderpornos entdeckten die Polizeibeamten beim dem Arzt. (Symbolbild)  © DPA

Schon 2016 durchsuchten Polizisten die Wohnung des Arztes und entdeckten die schrecklichen Fotos. Das Amtsgericht Paderborn verurteilte ihn anschließend wegen des Besitzes von Kinderpornographie zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung. Zudem musste er 2000 Euro an den Kinderschutzbund überweisen.

Damals gab es keinen öffentlichen Prozess. Der Mediziner erhielt seinen Strafbefehl schriftlich. Dass der Fall erst jetzt bekannt wird, liegt daran, dass der Arzt nun um seine Zulassung kämpft.

Oberstaatsanwalt Christoph Zielke erklärte gegenüber dem Westfalen-Blatt, warum der Mann sich nicht in einem Prozess verantworten musste:

"Der bloße Besitz von Kinderpornographie wird vom Gesetzgeber als vergleichsweise nicht so schwerwiegend eingestuft. Er ist mit höchstens drei Jahren Haft bedroht, dagegen beträgt die Höchststrafe bei Diebstahl fünf Jahre." Nur daher war es möglich, den Mann mit einem Strafbefehl zu verurteilen.

Danach informierte die Staatsanwaltschaft die Bezirksregierung in Detmold. "Wir haben den Sachverhalt überprüft und festgestellt, dass der Arzt gegen Bestimmungen der Bundesärzteordnung verstoßen hat. Die Konsequenz war der Widerruf seiner Approbation", erklärte die Regierungssprecherin Anja Hegener.

Da der Mediziner durch den Entzug der Zulassung nie wieder als Arzt hätte arbeiten könne, reichte er eine Klage beim Verwaltungsgericht in Minden ein. Der Sachverhalt soll wohl am 11. April verhandelt werden.