Mordverdächtiger erhängt sich in Zelle: Er soll seine Freundin erstochen haben

Vor der Tür waren Blumen und Kerzen.
Vor der Tür waren Blumen und Kerzen.

Bad Oeynhausen - Was in einem Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße in Bad Oeynhausen am 18. November passiert ist, ist nahezu unvorstellbar. Die 35-jährige Anett J. wurde von ihrem Lebenspartner (36), Adam E., mit 17 Messerstichen grausam ermordet.

Eins der drei Kinder musste seine Mutter sterben sehen. Die anderen beiden (10 und 6 Jahre alt) sollen zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend gewesen sein.

Entgegen ersten Meldungen, dass der zehnjährige Sohn den Notruf wählte, soll der 36-Jährige, der der Vater eines der Kinder sein soll, selbst bei der Polizei angerufen haben.

Schnell geriet er in den Fokus der Ermittler. Ein Haftbefehl wurde erlassen: "Im Haftbefehl ist auch das Motiv der Heimtücke enthalten", erklärte Oberstaatsanwalt Udo Vennewald im November (TAG24 berichtete).

Bei einem Verhör zeigte sich der Tatverdächtige schließlich geständig. Das Paar sei in Streit geraten. Das gemeinsame Kind und der Umgang mit ihm sei Auslöser gewesen, hieß es.

In dieser Villa kam es zu dem grausamen Mord.
In dieser Villa kam es zu dem grausamen Mord.

Der 36-Jährige saß seitdem in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bielefeld-Brackwede. In der Nacht zum Montag soll er in seiner Zelle Selbstmord begangen haben, wie die Neue Westfälische berichtet.

Demnach bestätigte JVA-Leiter Uwe Nelle-Cornelsen, dass Adam E. bei der "Frühkostausgabe" um 5.55 Uhr tot aufgefunden wurde. Mit einem Gürtel soll er sich am Heizkörper erhängt haben.

Staatsanwaltschaft, Aufsichtsbehörden und Anstaltsbeirat wurden bereits über den Suizid informiert. Ein Fremdverschulden wird ausgeschlossen.

Bereits kurz nach der Inhaftierung des 36-Jährigen soll es Hinweise auf Suizidgefahr gegeben haben. Dementsprechend habe es laut Nelle-Cornelsen spezielle Sicherungsmaßnahmen gegeben.

Dazu habe gehört, dass der Gefangene in regelmäßigen Abständen in seiner Zelle überprüft wird. Anfang Dezember stellte man die Maßnahmen allerdings ein, nachdem ein Psychologe mit dem Mordverdächtigen sprach.

"Der Gefangene hatte keine Anzeichen einer Krise mehr gezeigt", so der Leiter des Gefängnisses. "Er ging arbeiten, blieb ruhig, verhielt sich insgesamt unauffällig." Ein Trugschluss, wie sich jetzt herausstellte.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 0800/1110111 oder 0800/1110222 oder 0800/1110116123.


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