Abschreckung: Können höhere Strafen Gaffer stoppen?

Gaffer behinderten den Transport eines lebensgefährlich verletzten Jungen.
Gaffer behinderten den Transport eines lebensgefährlich verletzten Jungen.

Bad Oeynhausen/Bielefeld - Am Mittwoch wurde ein 15-jähriger Radfahrer bei einem heftigen Unfall lebensgefährlich verletzt. Gaffer holten sich danach Gartenstühle, um die Landung des Rettungshubschraubers besser filmen zu können (TAG24 berichtete).

Können höhere Strafen abschreckend wirken? Die meisten wüssten gar nicht, dass sie sich mit ihren Handyfotos strafbar machen. "Vor allem Aufklärung ist wichtig", wird Ralf Collatz, Sprecher des ADAC Ostwestfalen in der Neuen Westfälischen zitiert.

Außerdem habe die Polizei vor Ort gar nicht die Möglichkeit, alle Gaffer persönlich zu überprüfen. "Die Einsatzkräfte helfen bei einem Unfall den Verletzten und haben keine Kapazitäten Personalien von Schaulustigen zu erfassen." 20 Euro Ordnungsgeld bis hin zu zwei Jahren Haft drohen für das Behindern eines Rettungseinsatzes.

"Neugier ist für Menschen ganz normal, sagt der Verkehrspsychologe des ADAC. Doch durch die neuen Medien sinkt die Hemmschwelle, sich neben einen Unfall zu stellen", so Collatz. Schuld daran sei vor allem auch die Reaktion anderer User im Internet.

"Dass Videos von Verkehrsunfällen per Handy auf Facebook eingestellt werden, ist heutzutage etwas, mit dem wir leben müssen", sagt Lars Ridderbusch, Sprecher der Kreispolizei Lippe.


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