Trotz neuem Gesetz: Prostituierte in OWL melden sich nicht an

Bordelle, die Prostituierte nicht anmelden, müssen mit Geldstrafen rechnen. (Symbolbild)
Bordelle, die Prostituierte nicht anmelden, müssen mit Geldstrafen rechnen. (Symbolbild)  © DPA

Bad Oeynhausen/Minden - Im Juli 2017 trat das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft, das eine Meldepflicht für Huren und Bordellbetreiber vorsah. Zudem sollte bei der Anmeldung eine Gesundheitsberatung stattfinden. Bis zum Jahresende gab es dafür eine Übergangsfrist, doch noch immer haben sich nicht alle Prostituierten gemeldet.

"Uns wurde in polizeilichen Schätzungen mitgeteilt, dass übers Jahr in OWL circa 2000 Frauen als Prostituierte arbeiten", wird Pfarrerin Birgit Reiche, die Leiterin der Prostituierten- und Ausstiegsberatung "Theodora", in der Neuen Westfälischen zitiert.

Ingesamt haben bisher in Bielefeld, im Kreis Minden-Lübbecke und im Kreis Herford gerade einmal 48 Prostituierte an der Gesundheitsberatung teilgenommen. Die Dunkelziffer ist somit um einiges höher.

Bei der Beratungsstelle werden die Männer und Frauen über Geschlechtskrankheiten, Verhütung, Schwangerschaft sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch aufgeklärt. Laut des Gesetzes müssen sich Prostituierte über 21 Jahre alle zwölf Monate und Huren unter 21 Jahre sogar alle sechs Monate beraten lassen.

Sollte ein Bordell eine Prostituierte ohne Anmeldung für sich arbeiten lassen, so muss der Besitzer mit einer saftigen Geldstrafe rechnen. Allerdings haben viele Frauen Angst davor sich anzumelden, da beispielsweise das Jugendamt, oder die Polizei davon erfahren könnte. Dabei ist die einzige Behörde, die von der Anmeldung erfährt, das Finanzamt.

Ob die Auflagen des Prostituiertenschutzgesetzes von den Bordellen und den Prostituierten umgesetzt werden, wird sich somit erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.

Titelfoto: DPA


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