Sechsjähriger ertrinkt bei Schwimmkurs: Muss der Kursleiter nun in den Knast?

Bad Oeynhausen - Weil ein sechsjähriger Junge während des Schwimmunterrichts gestorben ist (TAG24 berichtete), muss sich ab Freitag, den 1. Februar, der 25-jährige Schwimmlehrer des Kindes vor dem Amtsgericht in Bad Oeynhausen verantworten.

Im Rehmer Hallenbad ertrank der kleine Junge.
Im Rehmer Hallenbad ertrank der kleine Junge.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann fahrlässige Tötung vor. Er soll am 20. Januar 2018 seine Aufsichtspflicht über die Kinder verletzt haben.

Laut Angaben der Polizei entdeckte der 25-Jährige den kleinen Jungen aus dem Kalletal urplötzlich leblos auf dem Boden des Beckens.

Er zog ihn anschließend aus dem Becken und versuchte ihn wiederzubeleben. Schließlich trafen die Rettungskräfte ein und brachten den Jungen ins Krankenhaus. Dort verstarb er noch am selben Tag.

Ein Gerichtsmediziner untersuchte daraufhin den Leichnam und stellte fest, dass der Junge ertrunken war.

Gegen den Schwimmmeister des Hallenbades ist das Verfahren schon eingestellt worden, weil sich kein hinreichender Tatverdacht ergeben hatte. Anders sieht es die Staatsanwaltschaft bei dem Schwimmlehrer.

Dieser schweigt allerdings gegenüber den Ermittlern zu dem Unglück und macht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Sollte er verurteilt werden, drohen dem Mann bis zu fünf Jahre Haft oder eine saftige Geldstrafe.

Für den Prozess hat das Amtsgericht Bad Oeynhausen zwei Verhandlungstage angesetzt. Zuletzt musste der Gerichtstermin wegen Terminschwierigkeiten verschoben werden.

Der junge wurde ins Klinikum Minden gebracht.
Der junge wurde ins Klinikum Minden gebracht.  © DPA

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