Entsteht hier bald ein neues Kraftwerk?

Bad Schlema - Jetzt also doch! Im Erzgebirge soll ein über vier Kilometer tiefes Loch gebohrt werden, um die Energiegewinnung der Zukunft zu erforschen. Im Granit zwischen Schneeberg und Aue könnte dann ein Kraftwerk für Geothermie entstehen. Das Projekt lag bisher auf Eis.

Bad Schlema ist für sein Radon-Wasser bekannt. Eine mögliche Kontaminierung des Grundwassers ist ein Problem der Einwohner.
Bad Schlema ist für sein Radon-Wasser bekannt. Eine mögliche Kontaminierung des Grundwassers ist ein Problem der Einwohner.  © dpa/Hendrik Schmidt

Je tiefer man kommt, desto wärmer wird es in der Erdkruste. In 4000 Meter Tiefe gehen Geologen von 130 Grad Celsius aus.

Durch ein Loch wird Wasser nach unten geschickt, zu einem anderen kommt es (durchlauferhitzt!) wieder hoch. Grundlastfähiger Strom und Fernwärme sind möglich.

Bereits bis 2013 wurden Millionen in das Projekt gesteckt. Mit Explosionen und Rüttelplatten-Kommandos wurde eine seismische 3D-Karte der Gegend erstellt. Dass der Bohrer aufgestellt wird, verhinderte dann aber eine Änderung der Förderrichtlinie auf Bundesebene.

Doch mit der Entscheidung für eine umweltverträgliche Energiewende sind die benötigten 20 Millionen Euro plötzlich verfügbar.

In Schlema fand nun ein Bürgerforum statt, um die Einwohner zu informieren. Deren größte Sorge: radioaktive Ausschwemmungen und künstlich erzeugte Erdbeben.

Noch sind einige Genehmigungen nötig. Wenn alles klappt, wird die Anlage 2020 aufgestellt und ab 2021 gebohrt. Dann sollen dort 50 Arbeiter im Drei-Schicht-System werkeln. Der Granit unter Schlema wird als besonders geeignet erachtet.

Etwa 50 Arbeitsplätze sollen entstehen, um den Bohrer im Drei-Schicht-System stets in Bewegung zu halten.
Etwa 50 Arbeitsplätze sollen entstehen, um den Bohrer im Drei-Schicht-System stets in Bewegung zu halten.

Titelfoto: dpa/Hendrik Schmidt


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