So geht es mit der Sanierung von Uran-Altstandorten weiter

Bad Schlema - Das Land Sachsen und der Bund setzen gemeinsam die Sanierung von Altstandorten des Uranbergbaus im Freistaat bis 2035 fort.

Wirtschaftsminister Martin Dulig unterzeichnet am Freitag einen Vertrag.
Wirtschaftsminister Martin Dulig unterzeichnet am Freitag einen Vertrag.  © DPA

In Aue-Bad Schlema unterzeichneten Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Christian Hirte (CDU), am Freitag einen entsprechenden Vertrag. Demnach werden die Sanierungsarbeiten über das Ende der laufenden Vereinbarung im Jahr 2022 hinaus 13 Jahre weitergeführt und abgeschlossen. "Mit diesem Abkommen wird eine Erfolgsgeschichte eines besonderen Strukturwandels fortgesetzt", sagte Dulig.

Bis 2022 sollen insgesamt 216 Millionen Euro investiert werden. Bund und Land teilen sich die Gesamtkosten jeweils zur Hälfte. Bis 2035 sollen nun weitere insgesamt 229 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Damit werden die Gesamtausgaben auf 445 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Nach Angaben der Wismut GmbH werden im Zeitraum zwischen 2003 und 2035 insgesamt rund 1900 Altstandorte wie Halden, Tagesöffnungen oder Tagesbrüche saniert.

Ein Entwässerungsstollen im Uran-Bergbau-Reviers Schlema-Alberoda.
Ein Entwässerungsstollen im Uran-Bergbau-Reviers Schlema-Alberoda.  © Wismut GmbH/Thomas Ackermann

Seit 2003 saniert die Wismut GmbH im Auftrag des Freistaates frühere Uranbergbaugebiete in Sachsen, die nicht unter das Wismut-Gesetz fallen. Die sogenannten Altstandorte sind Bergwerke, an denen die frühere Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut maximal bis Ende 1962 Uran gefördert hat und die anschließend in den Besitz von Städten, Gemeinden, Kommunen oder Privatpersonen zurückgefallen sind.

Die Wismut GmbH mit Sitz in Chemnitz ist ein Unternehmen des Bundes und untersteht dem Wirtschaftsministerium. Die Firma ist zuständig für die Sanierung der Standorte ihres Vorgängers der SDAG Wismut in Sachsen und Thüringen, die am 30. Juni 1990 noch in deren Besitz waren. Dafür wird der Bund bis 2045 rund acht Milliarden Euro ausgeben.

An den Kosten für die Sanierung der Altstandorte beteiligt sich der Bund freiwillig. "Der Bund beteiligt sich an dem Thema, für das er eigentlich nicht verantwortlich ist", betonte Hirte. Daher werde 2035 Schluss sein mit der Co-Finanzierung, bekräftigte er. "Wenn dann noch Kleinigkeiten übrig sind, ist der Freistaat sicher in der Lage, das allein zu bewältigen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär.

Dass tatsächlich in 16 Jahren alle Standorte renaturiert und gesichert sind, ist nach Angaben von Experten der Wismut GmbH nicht sicher. Denn zu den bislang schon identifizierten 1900 Objekten würden immer noch weitere hinzukommen, sagte der bei der Wismut für die Altstandorte zuständige Projektleiter Manfred Speer.

Titelfoto: Wismut GmbH/Thomas Ackermann

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