Neonazi will "Arischen Zirkel" aufbauen: 1500 Menschen demonstrieren dagegen

Bad Segeberg - Klares Zeichen! Rund 1500 Demonstranten haben nach Angaben der Polizei am Samstag in Bad Segeberg gegen Neonazis und rechte Gewalt protestiert.

Teilnehmer der Demonstration halten Schilder gegen Neonazis hoch.
Teilnehmer der Demonstration halten Schilder gegen Neonazis hoch.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Die Erwartungen der Veranstalter, der Initiative "Segeberg bleibt bunt", wurden damit übertroffen.

Sie hatten mit 1000 Teilnehmern gerechnet.

Der Protest richtete sich gegen die Aktivitäten des wegen Totschlags und Vergewaltigung verurteilten Neonazis Bernd T., der in Bad Segeberg das rechtsextreme Netzwerk "Aryan Circle" ("Arischer Zirkel") aufbauen wolle, sagte eine Sprecherin der Initiative.

Die Demonstration wurde von zahlreichen Einzelpersonen und Initiativen aus verschiedenen Kreisen unterstützt, wie zum Beispiel von den "Omas gegen Rechts" aus Lübeck und Hamburg.

Der Protestmarsch begann und endete ohne besondere Vorkommnisse in der Innenstadt von Bad Segeberg.

"Aryan Circle" stammt aus den USA

Rund 1500 Menschen demonstrierten in Bad Segeberg gegen Neonazis.
Rund 1500 Menschen demonstrierten in Bad Segeberg gegen Neonazis.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Bereits Ende Oktober gab es im 3000-Seelen-Dorf Sülfeld ein Zeichen gegen Mitglieder von "Aryan Circle".

Vor einem Handballspiel der Frauen demonstrierten 800 Menschen, darunter auch Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU), gegen Neonazis und Gewalt.

Wenige Tage zuvor sollen zwei Menschen von einem 23 Jahre alten Mann aus der Neonaziszene in dem Ort angegriffen und verletzt worden sein, als sie Aufkleber mit der Aufschrift "Aryan Circle" entfernen wollten.

Nach Informationen der taz ist das Neonazi-Netzwerk 1985 in den USA aus einer Gefängnisgang in Texas hervorgegangen. Es soll derzeit 1400 Mitglieder zählen. Hauptziel sei ein "Rassenbewusstsein" und der Erhalt der "weißen Rasse".

In den USA gilt "Aryan Circle" als kriminelle Organisation.

Update, 20.06 Uhr

Die Polizei sprach elf Platzverweise gegen Menschen aus dem rechten Spektrum aus, wie eine Sprecherin mitteilte.

Ein Mann wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen, weil er sich nicht an den Platzverweis hielt.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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