Nach Erdogan-Kritik: Bülent Ceylan reist nicht in die Türkei

Bülent Ceylan (Archivbild) bezeichnete den türkischen Staatspräsidenten Erdogan als "Komiker".
Bülent Ceylan (Archivbild) bezeichnete den türkischen Staatspräsidenten Erdogan als "Komiker".  © dpa/Sophia Kembowski

Bad Vilbel - Komiker Bülent Ceylan (41) sieht derzeit von Türkeireisen lieber ab.

Der Mannheimer mit deutscher Mutter und türkischem Vater sagte dem Privatsender Hit Radio FFH im hessischen Bad Vilbel: "Ich finde das Land und die Menschen toll, würde aber im Moment nicht in die Türkei reisen." Er sei in Deutschland geboren und habe ein ganz anderes Demokratieverständnis als der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Deshalb habe er Erdogan auch öffentlich kritisiert: "Ja, das ging ab. Ich stehe dazu, ich habe einfach meine Kritik an seiner Politik geäußert." Deutschland sei ein tolles Land, weil man hier seine Meinung sagen könne, ohne dafür ins Gefängnis zu kommen.

Bülent Ceylan hatte laut einem Bericht der Bild-Zeitung im August bei einem Auftritt auf der Open-Air-Bühne Wuhlheide in Berlin vor rund 17.000 Zuschauern gesagt: "Ihr seid doch auch froh, dass endlich mal ein Türke in Berlin sagt, dass er gegen Erdogan ist!" Nach dem Bild-Bericht wurde die Aussage des Komikers vom Publikum mit stürmischen Beifall bedacht. Später bezeichnete Bülent Ceylan den türkischen Staatspräsidenten in einem Witz als "Komiker".

Ein Tag später wandte er sich in einem Facebook Live-Video an seine Fans konkretisierte seine Aussagen bezüglich Präsident Erdogan. Bülent Ceylan sagt darin wörtlich: "Ich bin nicht gegen die Türkei, ich bin nur gegen das System."

In Bezug auf Erdogan-Unterstützer in Deutschland sagt er in dem Clip: "Es kann nicht sein, dass Menschen hier die Demokratie genießen und im anderen Land die Diktatur unterstützen."

Das Video wurde auf Facebook von zahlreichen Nutzern kommentiert. Auch Erdogan-Unterstützer meldeten sich zu Wort.


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