Wasserwerfer und Tränengas: Ein Toter, 200 Verletzte nach Protesten

Bagdad - Irakische Sicherheitskräfte sind im Zentrum der Hauptstadt Bagdad mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Hunderte Demonstranten vorgegangen. Ein Mensch kam nach Angaben des Innen- und des Gesundheitsministeriums ums Leben, 200 weitere wurden verletzt.

Irakische Sicherheitskräfte gehen mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die gegen Korruption und politischen Stillstand auf dem Tahrir-Platz demonstrieren.
Irakische Sicherheitskräfte gehen mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die gegen Korruption und politischen Stillstand auf dem Tahrir-Platz demonstrieren.  © Khalid Mohammed/AP/dpa

Aus Krankenhauskreisen hieß es am Dienstag, mehr als 180 Menschen seien wegen Verletzungen nach dem Tränengaseinsatz behandelt worden. Unter den Verletzten waren offiziellen Angaben zufolge mehr als 40 Sicherheitskräfte.

Augenzeugen berichteten, die Sicherheitskräfte hätten am Tahrir-Platz in Bagdad auch in die Luft geschossen, um den Protest aufzulösen. Bilder in den sozialen Medien zeigten dichte Nebelschwaden und Rauch. Auch Schüsse waren zu hören.

Dem irakischen TV-Senders Al-Sharqiya zufolge kam es in anderen Städten ebenfalls zu Protesten gegen Korruption und politischen Stillstand.

Das Innen- und das Gesundheitsministerium bedauerten in einer Mitteilung, dass die "friedlichen Proteste" durch "Gewalttaten von einer Gruppe Randalierer" verdorben worden seien. Die Ministerien betonten das verfassungsmäßige Recht auf freie Meinungsäußerung.

Im Irak herrscht in der Bevölkerung unter anderem wegen der schlechten Infrastruktur und Arbeitslosigkeit großer Frust. So gehört das Land zu den größten Ölproduzenten der Welt, leidet aber unter einem akuten Energiemangel. Viele Gebiete des Landes sind nach dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zerstört.

Vor rund einem Jahr hatte Wut über Tausende Erkrankungen infolge von verschmutztem Trinkwasser in der südirakischen Stadt Basra Proteste ausgelöst. Kritiker machen für die Lage vor allem die grassierende Korruption verantwortlich. Politikern werfen sie vor, ihre Positionen dafür zu nutzen, um sich und ihre Gefolgsleute zu bereichern.

Demonstranten bringen einen verletzten Mann in Sicherheit.
Demonstranten bringen einen verletzten Mann in Sicherheit.  © Ameer Al Mohammedaw/dpa
Im Irak herrscht in der Bevölkerung unter anderem wegen der schlechten Infrastruktur und Arbeitslosigkeit großer Frust.
Im Irak herrscht in der Bevölkerung unter anderem wegen der schlechten Infrastruktur und Arbeitslosigkeit großer Frust.  © Ameer Al Mohammedaw/dpa

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