Falsche Identität bei HSV-Jatta? Zeugen widerrufen Aussagen und entlasten den Profi

Hamburg - Der Fall "Bakery Jatta" wird immer undurchsichtiger! Am Mittwoch präsentierte der 1. FC Nürnberg einen Kronzeugen, der die falsche Identität des HSV-Spielers bezeugen kann und am 9. September vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aussagen soll.

Bakery Jatta bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung.
Bakery Jatta bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung.  © Uli Deck/dpa

Der Senegalese Saydou Sané, Präsident von Jattas Ex-Club Casa Sports, soll die bisher fehlenden Beweise auf den Tisch legen.

Neben dem 1. FC Nürnberg hoffen nun auch der VfL Bochum und der Karlsruher SC auf eine entscheidende Wende im Fall "Jatta". Schließlich verließen sie den Platz als Verlierer, legten im Anschluss aber Protest gegen die Spielwertung ein.

Die Aussagen Sanés können richtungsweisend für alle Beteiligten sein.

Wie das Abendblatt berichtet, habe Sané einen Spielerpass von Bakery Daffeh, für den HSV-Profi Jatta gehalten wird, aus seiner Zeit bei Casa Sports im Senegal vorliegen.

Unklar ist jedoch, ob der Mann schon 2014 Präsident des Vereines war, oder erst seit 2017, ab dem Zeitpunkt, wo Jatta beim HSV auftauchte.

Die "SportBild", die die Vorwürfe um die falsche Identität das Hamburger Profis in den Raum stellte, trieb zudem weitere Zeugen auf, die Jatta belasten.

Ex-Trainer erhebt schwere Vorwürfe

Jatta wurde bei seiner DFL-Anhörung von Vereinsboss Bernd Hoffmann (links) begleitet.
Jatta wurde bei seiner DFL-Anhörung von Vereinsboss Bernd Hoffmann (links) begleitet.  © Andreas Arnold/dpa

Zum einen kontaktierte das Medium einen mutmaßlichen Ex-Trainer beim senegalesichen Verein Casa Sports. Ibou Diarra soll bestätigt haben, dass es sich bei Jatta um Bakery Daffeh handele und er ihn trainiert habe.

Die "SportBild" erklärte, sie hätte mehrmals mit dem vermeintlichen Ex-Trainer über Facebook kommuniziert und er hätte die These "Jatta sei Daffeh" bekräftigt.

Zum anderen tauchte der gambische Fußball-Trainer Suleiman Kuyateh auf. Anfang August behauptete er in einem Artikel der "taz", er kenne Daffeh nur als Jatta und stütze die Vorwürfe der "SportBild".

Doch nun widerrufen beide Zeugen gegenüber dem Abendblatt ihre Aussagen.

Diarra nahm in einem Video, dass dem Medium vorliege, Stellung. Darin behauptete er, er habe Jatta niemals kennengelernt. Möglichweise sei sein Facebook-Account gehackt worden.

Trotz Vorzeigen seines Ausweises sei allerdings aufgefallen, dass das Video aus mehreren Sequenzen zusammengeschnitten wurde. Hier scheint nun Aussage gegen Aussage zu stehen.

Nächste DFL-Anhörung Mitte September

Bakery Jatta stand bisher bei jedem Saisonspiel für den HSV auf dem Platz.
Bakery Jatta stand bisher bei jedem Saisonspiel für den HSV auf dem Platz.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Gleiches gilt auch für den Zeugen Kuyateh. Auf "SportBild"-Nachfrage habe er bereits erklärt, dass er Jatta nur aus dem Fernsehen kenne, Daffeh allerdings trainiert habe. Laut seiner Aussage seien dies zwei vollkommen unterschiedliche Personen.

Kuyateh prangerte allerdings in einem Video, das dem Abendblatt vorliege, die "Bild" an. Angeblich habe sich ein Reporter als DFB-Vertreter bei ihm ausgegeben. Diesen Vorwurf dementiert "Bild"-Chefredakteuer Matthias Brügelmann allerdings.

Auch hier scheint nun Aussage gegen Aussage zu stehen. Wer hat nun Recht? Aufschluss wird unter Umständen der Nürnberger Protest, der bis Freitag begründet beim DFB vorliegen muss geben. Dann wird auch klar sein, ob Kronzeuge Saydou Sané vorgeladen wird oder nicht.

So lange der DFB die Akte "Jatta" nicht endlich schließt, werden vermutlich noch viele weitere Personen auftauchen und behaupten, sie wüssten, wer denn nun Jatta oder Daffeh sei.

Mitte September findet in Frankfurt die nächste Anhörung bei der Deutschen Fußball-Liga statt. Die Never-Ending-Story wird aber auch dann noch weitergehen.

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