Augenarzt warnt vor dem Wasser im Freibad!

Warnt vor Augeninfektionen nach Freibadbesuch: Augenarzt Dr. Philip Maier (41). Eine Schwimmbrille schützt vor Keimen im Wasser (kl. Bild).
Warnt vor Augeninfektionen nach Freibadbesuch: Augenarzt Dr. Philip Maier (41). Eine Schwimmbrille schützt vor Keimen im Wasser (kl. Bild).

Von Alexander Bischoff

Leipzig - Schönstes Sonnenwetter wird in dieser Woche wieder tausende Sachsen in die Freibäder locken. Doch Vorsicht: Die Keime dort können zu bösen Augeninfektionen führen - im schlimmsten Fall sogar bis zur Erblindung! Davor warnt aktuell die Fachgesellschaft für Augenheilkunde DOG.

Gerötete Augen und ein verschleierter Blick - das kennt wohl jeder, der schon mal länger im Freibad geschwommen ist. „Gehen diese Symptome nach 24 Stunden nicht weg, sollte man schnell einen Augenarzt aufsuchen“, sagt Dr. Philip Maier (41), DOG-Fachexperte für Hornhauterkrankungen am Auge.

Denn trotz Chlor-Einsatzes tummeln sich gerade in gut gefüllten Freibädern zahlreiche Bakterien.

Das Bilzbad in Radebeul - an heißen Sommertagen herrscht auch hier Massenauflauf von Badegästen und Bakterien.
Das Bilzbad in Radebeul - an heißen Sommertagen herrscht auch hier Massenauflauf von Badegästen und Bakterien.

„Diese können in Hornhaut und Bindehaut des Auges eindringen und dort Entzündungen verursachen“, warnt Facharzt Maier. Besonders gefährdet seien Kontaktlinsenträger: „Gefährliche Keime wie Pseudomonas, Akanthamöben oder Pilze können sich unbemerkt in das weiche Material der Kontaktlinse einnisten und sich dort vermehren“, erzählt Maier.

Unbehandelt drohen in solchen Fällen bleibende Sehbeeinträchtigungen. Maier: „Bis hin zur Erblindung!“

Der Augenheilkundler empfiehlt deshalb, in Freibädern und Schwimmhallen generell eine Schwimmbrille zu benutzen. Für Kontaktlinsen- und Brillenträger gibt es die neuerdings auch mit Sehstärkengläsern.

Und wie ist es beim Baden im See, Herr Doktor? „In Naturseen haben wir ein anderes Öko-Gleichgewicht. Da gibt es zwar auch Keime, aber nicht in so geballter Form wie im Freibad“, antwortet Maier im MOPO-Gespräch. Und räumt gleich noch mit einer Chlor-Legende auf:

„Der Geruch in Schwimmbädern und der Schleier vorm Auge nach dem Baden dort stammt nicht vom Chlor, sondern von den chemischen Verbindungen, die Chlor mit Urin und Schweiß eingeht …“

Fotos: Kahnert, imago


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