Dresdens schönste Decke: Residenzschloss hat seinen Ballsaal wieder!

Dresden - Was für eine Pracht! Im Residenzschloss ist der Kleine Ballsaal "wiederauferstanden", für sechs Millionen Euro. Ab Samstag steht er Besuchern offen.

Von einer Balustrade aus haben Besucher einen einzigartigen Blick auf die Decke und in den Saal.
Von einer Balustrade aus haben Besucher einen einzigartigen Blick auf die Decke und in den Saal.  © DPA

"Hier lernen wir das Staunen wieder." Marion Ackermann (53) kann ihren Blick gar nicht von all den Verzierungen wenden.

Gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU) steht die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen in der Tür des 100 Quadratmeter großen, detailgetreu wiederhergestellten Raumes. "Für die goldene Decke braucht man ja fast eine Sonnenbrille. Hier hätte sich König Johann sicher wohlgefühlt."

Gemeint ist Johann von Sachsen (1801-1873). Der Saal war auf Veranlassung des Regenten zwischen 1866 und 1868 gebaut worden, übrigens von einem unmittelbaren Kollegen Gottfried Sempers (1803-1879), Hofbaumeister Bernhard Krüger (1821-1881). 1945 fiel der Ballsaal in Schutt und Trümmer.

Einen ersten Kabinettsbeschluss zum Wiederaufbau gab es 1997, die eigentliche Rekonstruktion begann 2014.

Marion Ackermann (43, 2.v.r.) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (43., CDU, Mi.) bei der Übergabe des Saals. Sämtliche Details (kl.F.) wurden originalgetreu rekonstruiert.
Marion Ackermann (43, 2.v.r.) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (43., CDU, Mi.) bei der Übergabe des Saals. Sämtliche Details (kl.F.) wurden originalgetreu rekonstruiert.  © Norbert Neumann

"Wir fühlen uns unseren Wurzeln verpflichtet", sagt Kretschmer. Schließlich hat der Wiederaufbau des Schlosses bislang 321 Millionen Euro Steuergeld gekostet. "Dieses Schloss ist Ausdruck einer Haltung für Denkmalschutz, für Werte, für Kultur." Damit werde nicht nur sächsische Geschichte bewahrt und in die Zukunft geführt, ebenso altes Handwerk, das das Schloss und eben den Saal meisterlich wiederhergestellt habe.

Etwas am Rand der Übergabe steht Ludwig Coulin (68). Dabei hatte der Baumeister seit 1994 als Leiter des sächsischen Hochbauamtes den Wiederaufbau des Schlosses gelenkt. Doch er möchte lieber an andere erinnern: "Ganz ohne die großartigen Planungen meiner Vorgänger seit 1985 und noch früher wäre das alles nicht möglich gewesen. Genannt sei nur Gerhard Glaser", sagt er bescheiden.

Die nächsten Eröffnungen im Schloss stehen übrigens schon fest. Bis Herbst 2019 werden fünf ehemalige Paraderäume originalgetreu wiederhergestellt.

Gold, wohin das Auge blickt!
Gold, wohin das Auge blickt!  © DPA

Titelfoto: DPA

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