Amokfahrt: Polizei jagt Laster knapp zwei Stunden durch vier Landkreise

Nach einer anderthalben Stunde schafften es die Beamten, den Laster zu stoppen.
Nach einer anderthalben Stunde schafften es die Beamten, den Laster zu stoppen.  © News5

Bamberg - Von einer ruhigen Nacht zum Mittwoch können die Beamten in Bayern in diesem Fall aber auf keinen Fall sprechen.

Was sich am späten Dienstagabend in vier bayerischen Landkreisen abspielte, kennt man sonst wohl nur aus Actionfilmen.

Wie News5 berichtet, waren die Polizisten eine anderthalbe Stunde lang mit der Amokfahrt eines 26-Tonners beschäftigt. Dabei ist noch völlig unklar, wo genau die Irrfahrt des Lkw-Fahrers begonnen hat.

Gegen 21.45 Uhr hatten die Polizisten jedoch versucht, den Laster auf der A73 zwischen dem Bamberger Kreuz und der Anschlussstelle Breitengüßbach zu verfolgen, da er ohne Licht unterwegs war, während er auf der linken Spur zahlreiche Verkehrsteilnehmer überholte.

Jegliche Versuche der Beamten, den Fahrer zum Anhalten zu bewegen, scheiterten vorerst. Er setzte seine Fahrt über die A73 in Fahrtrichtung Coburg fort und verließ sie schließlich auf die B279, über die er wieder auf die B4 fuhr.

Inzwischen wurde der Lkw von zahlreichen herbeigerufenen Einsatzfahrzeugen verfolgt, die den Laster auf der B279 von Ebern in Richtung Bad Königshofen und schließlich wieder in Richtung Coburg verfolgten.

Zwei Streifenwagen wurden bei der Verfolgungsjagd schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Zwei Streifenwagen wurden bei der Verfolgungsjagd schwer in Mitleidenschaft gezogen.  © News5

Die Lage wurde immer dramatischer, als der Fahrer fortan auch keine Rücksicht mehr auf andere Verkehrsteilnehmer nahm. Auf der B303 rammte er einen Ford seitlich, der den Lastwagen nicht gesehen hatte, da er immer noch ohne Licht fuhr.

In einer Rechtskurve krachte der Lkw schließlich in eine Leitplanke und wäre fast in einem Ententeich gelandet. Fahrzeugteile wurden durch den Crash auf die Fahrbahn geschleudert, doch der Lkw setzte seine Fahrt trotzdem weiter fort.

An der Überleitung der B303 auf die B4 bei Creidlitz sollte die Amokfahrt schließlich ein Ende finden. Als er auf die Sackgasse Kleine Rosenau zufuhr, schien die Sache eigentlich schon erledigt.

Doch der Fahrer schaffte es, trotz der beengten Verhältnisse sein Fahrzeug noch einmal zu wenden, wodurch mehrere parkende Fahrzeuge zu Schrott gingen. Auch zwei Streifenwagen wurden während des Wendemanövers getroffen.

Dann fuhr er wieder in Richtung B4, wo es den Beamten endlich gelang, das Fahrzeug zu stoppen. Demnach hätten mehrere Beamte mit Schlagstöcken die Seitenscheiben des Lasters eingeschlagen und den Fahrer überwältigt.

Warum es zu der Amokfahrt kam, ist bislang noch Teil er Ermittlungen. Fazit des Abends: Mehrere verletzte Beamte, zwei zerstörte Einsatzfahrzeuge und beschädigte Autos.

Der Fahrer konnte mit vereinten Kräften überwältigt werden.
Der Fahrer konnte mit vereinten Kräften überwältigt werden.  © News5
Insgesamt zog sich die Verfolgungsjagd durch vier Landkreise.
Insgesamt zog sich die Verfolgungsjagd durch vier Landkreise.  © News5

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