Bamf-Affäre: Jetzt soll es die Kanzlerin richten

Berlin - Die Bamf-Affäre kommt einfach nicht zur Ruhe. Nun wurden auch noch Bestechungsvorwürfe gegenüber einen Dolmetscher und einen Vermittler laut. So soll der Dolmetscher 500 Euro dafür erhalten haben, dass er "falsche Angaben insbesondere zur Identität und den Einreisedaten aufnahm, beziehungsweise übersetzte." (TAG24 berichtete)

Die SPD nimmt Angela Merkel in die Pflicht. (Bildmontage)
Die SPD nimmt Angela Merkel in die Pflicht. (Bildmontage)  © DPA

Bundeskanzlerin Angela Merkel (63, CDU) hat sich bislang wenig zum Asyl-Skandal geäußert. Das soll sich nun ändern. Die SPD verlangt, dass sie sich endlich einschaltet.

"Die Kanzlerin muss jetzt endlich dafür sorgen, dass aufgeklärt wird - und sie muss endlich selbst aufklären", sagte der SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner (58) der "Welt" mit Blick auf die Vorfälle in der Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf).

"Merkel drückt sich vor ihrer eigenen Verantwortung. Sie schweigt, tut nichts und will den Kontrollverlust im Bamf aussitzen." Stegner verwies darauf, dass Merkel die Zuständigkeit für die Flüchtlingspolitik eigens ins Kanzleramt geholt habe.

Die Kanzlerin versuche, "sich einen schlanken Fuß zu machen" und alle Verantwortung auf Innenminister Horst Seehofer (68, CSU) zu schieben. "Führungslosigkeit ist das Prinzip Angela Merkel", sagte Stegner.

Die im Zentrum der Affäre stehende Bremer Bamf-Außenstelle steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Verdacht, zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen ohne ausreichende Grundlage Asyl gewährt zu haben.

Titelfoto: DPA


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