Bananen-Sterben. Gibt es bald keine mehr?

Mangelnde Vielfalt macht anfällig: Derzeit befällt der Pilz TR4 die deutschlandweit meistverkaufte Bananen-Sorte.
Mangelnde Vielfalt macht anfällig: Derzeit befällt der Pilz TR4 die deutschlandweit meistverkaufte Bananen-Sorte.

Asien - Es gibt viele Bananen-Witze, aber jetzt könnte es Ernst werden. Die zirka 70 Hauptarten kommen nahezu alle im tropischen bis subtropischen Asien und westlichen Pazifikraum vor. Nach dem Apfel ist sie die zweitbeliebteste Frucht der Deutschen. Wie Experten aber vermelden, sei die Banane in Gefahr.

Die Welternährungsorganisation FAO warnt: Pilze könnten die meisten Arten der Bananengewächse bedrohen. Bei einem Befall färben sich die Blattränder gelb, die Blätter welken, werden rötlich, bräunlich bis ins Schwarze. Auch der Baumstamm spaltet sich. Das haben viele Hobby-Bananen-Züchter im heimischen Zimmer schon erlebt...

Die Folge auf den Plantagen: Es werden keine Früchte mehr gebildet. Wie konkret die Lage derzeit ist, lässt bei FAO nicht direkt ablesen. Auch "Die Welt" berichtet am Samstag (erneut) vom "Bananenaussterben". Der Artikel dort nimmt allerdings auch zu Berichten aus dem vergangenen Jahr Stellung.

Der Pilzerreger breitet sich von Farm zu Farm aus.

Wie n24 berichtet, heißt der Pilz TR4 (Tropical Race 4 - botanisch: Fusarium oxysporum f. sp. cubense). Fachleute befürchten nun, dass der am Boden lebende Pilz nicht nur ganze Plantagen, "sondern den gesamten rund 36 Milliarden Euro schweren Weltmarkt für Bananen austrocknen" kann. Denn er befällt die zu 95 Prozent des globalen Bananenhandels verbreitete Sorte an, die Cavendish. In Deutschland liegt Cavendish mit einem Marktanteil von ca. 99 Prozent uneinholbar auf dem ersten Platz.

Schon einmal geschah Ähnliches: In den späten Fünfzigerjahren hat ein naher Verwandter des aktuellen Schädlings, TR1, die damals dominierende Bananensorte "Gros Michel" vernichtet - und das bis heute.

Ein entscheidender Grund für die Gefährdung der Bananenwirtschaft liegt in der mangelnden genetischen Vielfalt der eingesetzten Sorten, sodass sich Krankheiten wie der derzeitige Pilzbefall schnell und leider weltweit auswirken können.

Fotos: imago, titanic-magazin.de


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