Alte Frau (74) liegt stundenlang schwer verletzt auf einer Straße: Der Grund ist traurig

Banbury (Großbritannien) - Es waren schreckliche zweieinhalb Stunden, die Beverly Calvert überstehen musste. Die 74 Jahre alte Frau lag nach einem Sturz hilflos und schwer verletzt nahe ihres Zuhauses in Banbury auf der Straße.

Eine Frau konnte aufgrund eines Engpasses nicht gerettet werden. (Symbolbild)
Eine Frau konnte aufgrund eines Engpasses nicht gerettet werden. (Symbolbild)  © Brian Jackson/123RF

Calvert hatte sich bei ihrem Sturz im Gesicht verletzt, mehrere Zähne verloren und darüber hinaus auch Blessuren am Rücken davongetragen.

Viel schlimmer war jedoch, dass sich die an Demenz leidende 74-Jährige von selbst nicht mehr erheben konnte und so lange im Regen ausharren musste.

Zwar hatte ein Amazon-Lieferant sie gefunden und den Notruf verständigt, ein Krankenwagen stand jedoch zum Zeitpunkt des Auffindens nicht zur Verfügung, da sämtliche Kapazitäten der Retter ausgelastet waren, wie Mirror berichtet.

Auch 45 Minuten später, als ein Nachbar, bei dem es sich um einen ehemaligen Polizisten handelt, erneut die Notrufnummer wählte, konnte Calvert nicht geholfen werden.

Ein weiterer Anruf blieb ebenfalls ohne die erhoffte Hilfe. Über zwei Stunden nach dem Unglück versuchte es schließlich auch die Tochter der Seniorin, Jo Elstob. Doch noch immer war keine Ambulanz frei. Während der gesamten Zeit lag Calvert auf der kalten Straße - hilflos und schwer traumatisiert.

Die Rentnerin begann bereits blau anzulaufen, weinte vor Schmerzen und flehte die Umstehenden an, sie endlich aus ihrer Lage zu befreien. Tina Winnifrith, eine Pflegerin der alten Dame, hatte sich zu ihr auf den Boden gelegt, um sie zu beruhigen.

Trotz der lebensgefährlichen Situation bat der Mitarbeiter der Notruf-Leitstelle immer wieder darum, Calvert nicht aufzuheben.

Da niemand den Sturz gesehen hatte, sei nicht auszuschließen, dass schwere innere Verletzungen vorliegen könnten. Sollte die Dame bewegt werden, könnten diese fatale Folgen haben, so die durchaus nachvollziehbare Sichtweise.

Helfer haben keine andere Wahl

Dennoch kam nach zweieinhalb Stunden der Moment, an dem Helfer und Tochter keine andere Wahl hatten. Sie trugen die verletzte 74-Jährige in ein Auto und fuhren sie in eine Klinik, in der die Frau endlich medizinisch versorgt werden konnte.

Einen Vorwurf will Elstob den Mitarbeitern der Notrufzentrale allerdings keinesfalls machen. "Es ist nicht ihr Fehler", wird sie zitiert. "Aber sie ist eine alte Frau. Zweieinhalb Stunden sind nicht tragbar. Ich denke, dass es eine Schande ist, dass sie nicht genug Geld oder Mitarbeiter haben."

Calvert konnte inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

In Großbritannien ist es zu einem Zwischenfall gekommen, der einfach unfassbar ist.
In Großbritannien ist es zu einem Zwischenfall gekommen, der einfach unfassbar ist.  © Screenshot/Google Maps

Titelfoto: Brian Jackson/123RF


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0