Bandenchef will trotz Verbot nach Deutschland einreisen

Bahratal - Seine Dreistigkeit kommt ihn jetzt teuer zu stehen: Am Mittwoch versuchte der Tscheche Rudolf K. (39) nach Deutschland einzureisen, weil er das nicht durfte, kassierte er im beschleunigten Verfahren dafür 6000 Euro Geldstrafe. Dass Rudolf K. nicht mehr nach Deutschland darf, hat gute Gründe.

Banden-Chef Rudolf K. (39) wurde bei der Einreise nach Deutschland von der Bundespolizei erwischt.
Banden-Chef Rudolf K. (39) wurde bei der Einreise nach Deutschland von der Bundespolizei erwischt.  © Ove Landgraf

Es war einer der größten Erfolge, den die Soko KfZ des Landkeskiminalamts bisher verzeichnen konnte: Im Dezember 2013 ließen die Ermittler Decin die "Pitralon"-Bande auffliegen, lasterweise Autoteile konnten sichergestellt werden, fünf Mitglieder landeten auf der Anklagebank des Dresdner Landgerichts.

Vorwurf der Staatsanwaltschaft: 28 Autos, zum Großteil Marke Skoda, klaute die Bande aus Dresden und Umland, zerlegte sie in extra dafür angemieteten Garagen und verhökerte diese im Internet.

Rudolf K. war Chef des Trupps: Mit einem Vize Petr P. (41) und Bandenmitglied Michal S. (39) fuhr er einen "Kurier" zum zuvor ausgesuchten Auto, dieser musste den Wagen dann ins Nachbarland fahren, die Brüder Stepan (38) und Jan C. (40) zerlegten diese dann. Von Sommer 2012 bis Mai 2013 verschwanden so 28 Wagen.

Die Festnahme beeindruckte Rudolf K. recht wenig: Aus der Untersuchungshaft heraus postete der Banden-Chef grinsende Fotos von sich im Fitnessraum des Gefängnisses, sie sind noch heute auf seiner Facebook-Seite zu sehen. Doch mit dem Schmuggelhandy sollen auch Zeugen bedroht wurden sein.

Es half nichts: Kurz vor Weihnachten verurteilte das Gericht Rudolf K. zu siebeneinhalb Jahren Haft wegen schweren Bandendiebstahls in 18 Fällen. Im Juli 2017 wurde er in ein tschechisches Gefängnis verlegt, schon zwei Jahre vorher seine Freizügigkeit entzogen.

Das interessierten den Tschechen wohl ähnlich wenig, wie das Handyverbot: Die Bundespolizei erwischte ihn in einem Auto bei Bahratal. Sofort landete er vor Pirnaer Amtsgericht, bekam 6000 Euro Geldstrafe aufgebrummt und wurde wieder in die Tschechische Republik überstellt.

Sollte er nicht zahlen, kommt er wieder für 150 Tage hinter Gitter.

Titelfoto: Ove Landgraf

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