Wie bitte? Politiker fordert Frauen auf, sich nicht zu sexy zu kleiden

Bangkok - Als Reaktion auf Forderungen von Frauenrechtsgruppen nach besserem Schutz vor sexueller Belästigung beim thailändischen Neujahrsfest hat ein Regierungsbeamter dazu geraten, sich nicht "zu sexy" zu kleiden.

Jedes Jahr beklagen viele Teilnehmerinnen, bei den Festlichkeiten begrapscht worden zu sein. (Symbolbild)
Jedes Jahr beklagen viele Teilnehmerinnen, bei den Festlichkeiten begrapscht worden zu sein. (Symbolbild)  © 123RF

"Es kann helfen, wenn Frauen sich angemessen kleiden. Ziehen Sie sich nicht zu sexy an oder seien Sie nicht allein (unterwegs)", sagte der Direktor der staatlichen Behörde für lokale Verwaltung, Suthipong Chulcharoen, der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

"Mir ist klar, dass es ein persönliches Recht von Menschen ist, zu tragen, was ihnen gefällt, aber das ist nicht der Westen. Die Einheimischen sind solch sexy Kleidung noch nicht gewohnt."

Songkran, auch als Wasserfest bekannt, wird jedes Jahr im April in Thailand und anderen Teilen Südostasiens gefeiert, um den Beginn des traditionellen Neujahrs zu begehen.

Die "fancy" gekleideten Teilnehmer bespritzen sich gegenseitig mit Wasser. Dabei kommen unter anderem Schalen, Schläuche und Wasserpistolen zum Einsatz.

In einer Umfrage der thailändischen Stiftung Progressive Frauen- und Männerbewegung gaben mehr als die Hälfte der befragten Frauen an, während des Neujahrsfest 2016 sexuell belästigt worden zu sein.

"Frauen zu sagen, dass sie sich angemessen kleiden sollen, ist nicht die richtige Lösung", kritisiert Jaree Srisawat von der Stiftung. "Unseren Umfragen zufolge wurden Frauen, die sich bedeckten, immer noch begrapscht, sogar eine 60-jährige Frau sagte, sie sei überall betatscht worden", berichtet Jaree.

"Die thailändische Gesellschaft ist immer noch patriarchalisch. Es wird lange dauern, diese Einstellung zu ändern, aber zumindest die Regierung muss die Frauen besser schützen."


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