Bank pfändet Sachsen-Prinz das Schloss

Im Jahr 2000 stellte der Prinz seine Pläne für den alten Familienbesitz vor.
Im Jahr 2000 stellte der Prinz seine Pläne für den alten Familienbesitz vor.

Von Daniela Klose

Lichtenstein - Neuer Besitzer gesucht: Das Lichtensteiner Schloss wird zwangsversteigert. Der Prinz, der das markante Wahrzeichen der Stadt im Jahr 2000 kaufte, hat sich finanziell offenbar zuviel zugemutet.

Ende Oktober kommt in der Werdauer Außenstelle des Zwickauer Amtsgerichts das nicht alltägliche Objekt unter den Hammer.

Das Familienschloss der weit verzweigten, 1945 enteigneten Familie von Schönburg, thront seit Jahren verwaist auf einem Bergsporn hoch über der Stadt.

Verkehrswert des inklusive Wald 100.000 Quadratmeter großen Grundstücks: 446.000 Euro. Doch das Schloss ist dringend sanierungsbedürftig.

Wer bei der Auktion den Zuschlag bekommt, braucht Millionen für die Renovierung. Wie viele es sind, ist unklar: „Der Besitzer ließ keinen Gutachter ins Schloss. Es gibt nur Schätzungen“, sagt Marcus Tröger (32) vom Immobiliendienstleister AK Holding, der den Verkauf übernimmt.

Besitzer ist Alexander Prinz von Schönburg-Hartenstein (55), der das lange als Pflegeheim genutzte Schloss ursprünglich zu sanieren versprach.

Doch seit Jahren wurde er nicht mehr in Lichtenstein gesehen, lebt angeblich in Brasilien. 2013 geriet er in die Schlagzeilen, weil die Stadt rund 80.000 Euro Grundsteuer von ihm einforderte.

Laut Tröger sei man im Gespräch mit der Stadt, die „Interesse an einer Teilnutzung“ habe. Um selbst als Bieter aufzutreten, dürften die städtischen Kassen zu klamm sein.

Doch es gibt Hoffnung. „Wir haben Kontakt zu einem potenziellen Bieter aus Adelskreisen, der ähnliche Objekte saniert hat.“

Fotos: Andreas Kretschel, Peter Zschage


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