Verletzungsgefahr: Nur noch Stehplätze im Wald

Revierförster Carsten Pitsch ließ an den Auwald- Wanderwegen die Bänke verschwinden.
Revierförster Carsten Pitsch ließ an den Auwald- Wanderwegen die Bänke verschwinden.

Schkeuditz - Bankenkrise im Auwald: Der Revierförster von Schkeuditz ließ jetzt alle 40 Sitzbänke entfernen. Grund: Falls ein trockener Ast auf den Rastenden fällt, wäre der Förster in der Verantwortung. Und wegen des grassierenden Eschentriebsterbens fallen derzeit sehr viele trockene Äste.

Wer beim Pilze sammeln den Weg verlässt und von einem Ast getroffen wird, ist - laut Rechtsprechung - selbst verantwortlich.

Anders aber bei ausgeschilderten Wanderwegen und Sitzbänken. Der Schkeuditzer Revierförster Carsten Pitsch: „Dort, wo wir die Menschen hinführen, sind wir in der Verkehrssicherungspflicht.“

Das Eschentriebsterben - eine nahezu unbekämpfbare Pilzkrankheit - breitet sich derzeit in Sachsen aus.

Wegen der Gefahr herabstürzender Äste mussten Sitzgelegenheiten entfernt werden. Schuld ist das Eschentrieb
Wegen der Gefahr herabstürzender Äste mussten Sitzgelegenheiten entfernt werden. Schuld ist das Eschentrieb

Der Auwald bei Schkeuditz besteht aber zur Hälfte aus Eschen. Und in diesem Jahr fallen die toten Äste wie reife Früchte. Pitsch: „Ich musste jetzt die für Wanderer diese schmerzhafte Entscheidung treffen.“

Auch im benachbarten Leipziger Auwald krächzen die Eschen. Stadtförster Andreas Fickert teilt die Rechtsauffassung seines Kollegen.

„Wir machen derzeit mehr Kontrollgänge und bauen das Totholz ab.“ Die 300 Leipziger Waldbänke will er noch stehen lassen.

Fickert: „Aber wir halten uns die Option offen, sie ebenfalls abzumontieren.“

Mülltonnen kennzeichnen im Auwald die Stellen, wo einst Bänke standen.
Mülltonnen kennzeichnen im Auwald die Stellen, wo einst Bänke standen.

Fotos: Sebastian Willnow


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0