Barack Obama teilt in Köln indirekt gegen Donald Trump aus

Köln - Seit Donnerstag tourt Barack Obama durch Deutschland. Am Abend trat er vor mehr als 14.000 Zuhörern in der Kölner Lanxess-Arena auf, am Samstag spricht er mit jungen Leuten in Berlin. Dazwischen ist Zeit für ein Gespräch mit Angela Merkel.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama am Donnerstagabend in der Kölner Lanxess-Arena.
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama am Donnerstagabend in der Kölner Lanxess-Arena.  © Inka Englisch/GEDANKENtanken/dpa

Am Abend trat er in Köln für eine Stunde vor mehr als 14.000 Zuhörern in der Kölner Lanxess-Arena auf und wurde dort gefeiert.

Der demokratische Politiker äußerte sich "zuversichtlich und vorsichtig optimistisch", dass die USA im Klimaschutz bald wieder führend sein werden.

Natürlich seien viele frustriert aufgrund der Haltung der derzeitigen US-Regierung, aber man dürfe nicht vergessen, dass etwa der Staat Kalifornien das Pariser Klimaabkommen konsequent umsetze.

Im Übrigen hoffe er auf die Jugend: Wenn alle jungen Leute zur Wahl gingen und dabei für klimafreundliche Parteien stimmten, könnten sie sehr schnell Veränderung zustande bringen.

Obama hob auch hervor, dass Entscheidungen und Diskussionen auf der Grundlage von Fakten stattfinden müssten.

"Ich bin ein großer Anhänger aufklärerischer Werte wie Fakten, Vernunft, Logik", sagte der 57-Jährige. "Eine Demokratie definiert sich darüber, dass sie unterschiedliche Meinungen zulässt, aber sie kann nicht funktionieren, wenn grundlegende Fakten infrage gestellt werden."

Obama trifft Merkel in Berlin

Die Kolonne des ehemaligen US-Präsidenten am Donnerstag in Köln.
Die Kolonne des ehemaligen US-Präsidenten am Donnerstag in Köln.  © DPA

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Barack Obama ebenfalls treffen. Ein großer Streitpunkt zwischen Merkel und Trump ist die protektionistische Wirtschaftspolitik des Amerikaners.

Die Kanzlerin kritisiert auch immer wieder die "Amerika zuerst"-Politik Trumps, die eine Abkehr vom multilateralen Ansatz für die internationale Krisenlösung bedeutet.

Gerade vor diesem Hintergrund dürfte es auch als Signal gewertet werden, dass Merkel Obama nun in Berlin empfängt.

Zumal die Kanzlerin Ende Mai für eine Rede bei der Abschlussfeier der US-Elite-Universität Harvard in die Vereinigten Staaten reisen wird - aber offenbar keinen Abstecher zu Trump nach Washington plant.

Obama nimmt am Samstag in Berlin an einem "Town Hall"-Treffen teil. Dabei will er sich den Fragen von rund 300 jungen Menschen aus ganz Europa stellen, die sich in Bereichen wie der Zivilgesellschaft, der Integration oder der Ernährungssicherung engagieren.

Obama war schon mehrmals in Berlin. Zuletzt nahm er im Mai 2017 auf dem Kirchentag gemeinsam mit Merkel an einer Podiumsdiskussion teil.

Die Polizei sicherte Köln ab.
Die Polizei sicherte Köln ab.  © DPA

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