Bares für Rares: Objekt erinnert an trauriges Kapitel der Luftwaffe

Köln - Bei "Bares für Rares" stand in einer der letzten Sendungen ein echtes Stück deutscher Zeitgeschichte zum Verkauf. Bernd Walder hatte einen Schleudersitz des Kampfflugzeugs "Starfighter" dabei.

Horst Lichter hört sich die Geschichte des Schleudersitzes genau an.
Horst Lichter hört sich die Geschichte des Schleudersitzes genau an.  © ZDF/Bares für Rares

Dieses Flugzeug weckt in der Geschichte der Luftwaffe und der bundesdeutschen Geschichte böse Erinnerungen. Der Besitzer selbst war Fluglehrer im Jagdbombergeschwader 33 der Luftwaffe.

Das ehemalige Jagdbombergeschwader heißt heute Taktisches Luftwaffengeschwader 33 und ist am Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz stationiert. Dort sollen auch die amerikanischen Atomwaffen gelagert sein.

Während die Piloten der Luftwaffe dort derzeit mit dem "Tornado" fliegen, kam früher der "Starfighter" zum Einsatz. Das Flugzeug wurde von 1962 bis 1985 geflogen und hat eine besondere Vergangenheit, was auch den Wert des Schleudersitzes bei Bares für Rares erklärt.

"Das Flugzeug wurde auch Witwenmacher genannt", erläuterte der Experte bei "Bares für Rares". Die Ursache war eine Reihe von Abstürzen in den 1960er-Jahren. Etliche technische Probleme sorgten für viele Abstürze.

Besonders betroffen war damals das Geschwader 33 bei Nörvenich.

So kamen allein 1965 insgesamt 17 Menschen bei Abstürzen mit "Starfightern" um. Auch die erste Generation der Rettungssitze in den Flugzeugen hatte daran einen Anteil: Sie funktionierten erst ab einer gewissen Geschwindigkeit.

Starfighter-Schleudersitz von 1967

Der Schleudersitz aus Titanstahl gehört zu einem Starfighter-Kampfflugzeug.
Der Schleudersitz aus Titanstahl gehört zu einem Starfighter-Kampfflugzeug.  © ZDF/Bares für Rares

"Wir sind in den Starfightern rumgekrochen", erzählte der ehemalige Fluglehrer seinen engen Kontakt zu den früheren Kampfflugzeugen.

Irgendwann habe ein Schleudersitz in den Hallen rumgestanden und er habe gefragt, ob er den mitnehmen könne. Und so kam der Schleudersitz eines Kampfflugzeugs in den Privatbesitz und letztlich zu "Bares für Rares".

Das Exemplar stammt laut Expertise aus der zweiten Generation der Schleudersitze für die "Starfighter". Zahlen aus 1967 deuteten auf den Prüfungszustand und das Jahr des Sitzes hin.

Wegen der dramatischen Erinnerungen an die "Starfighter"-Aufrüstung fand das Stück auch Anklang bei den Händlern. "Es ist ein einmaliges Stück", so Händler Lucki, der umgehend 270 Euro bot.

Doch das war noch nicht alles. Walter "Waldi" Lehnertz packte am Ende 400 Euro für den Schleudersitz auf den Tisch!

Titelfoto: ZDF/Bares für Rares

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