Bauer kann seinen Sellerie nicht als Bioware verkaufen: Jetzt verklagt er seine Nachbarn

Von drei Bauern fordert der Mann mehrere Zehntausend Euro Schadenersatz. (Symbolbild)
Von drei Bauern fordert der Mann mehrere Zehntausend Euro Schadenersatz. (Symbolbild)  © DPA

Hamm - Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm verhandelt von Dienstag an über die Schadenersatzklage eines Biobauern gegen seine konventionell wirtschaftenden Nachbarn.

Der Mann aus dem ostwestfälischen Lichtenau verlangt nach Angaben des OLG von drei Bauern mehrere Zehntausend Euro Schadenersatz sowie rund 6600 Euro für Kontrolluntersuchungen. Das Gericht entscheidet in zweiter Instanz.

Der Landwirt wirft seinen Nachbarn vor, ein Pflanzenschutzmittel auf ihren Flächen nicht sachgerecht gespritzt zu haben. Sein Acker grenzt an diese Flächen an.

In der Folge habe der Bauer angepflanzten Sellerie nicht als Bioware verkaufen können. Denn darin sei ein Pestizidrückstand gefunden worden. Der Wirkstoff Pendimethalin sei in dem von den Bauern verwendeten Pflanzenschutzmittel enthalten gewesen.

Das Landgericht Paderborn hatte die Klage in erster Instanz abgewiesen. Die Richter sahen es als nicht erwiesen an, dass für die Rückstände des Wirkstoffs in den Produkten des Biobauern jene drei Nachbarn verantwortlich waren. Nach Angaben eines OLG-Sprechers könnte am Dienstag bereits ein Urteil fallen.

Der vor dem OLG verhandelte Fall habe eine Fragestellung, die immer wieder auftauche, erklärte Markus Fadl von Naturland, dem Verband für ökologische Landwirtschaft. 2016 wurden nach seinen Angaben 7,1 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland von Biobauern ökologisch bewirtschaftet.

"Man hat also fast immer einen konventionell wirtschaftenden Nachbarn", sagte er. Deshalb käme es auch immer wieder vor, dass Wirkstoffe aus Pflanzenschutzmitteln auch auf benachbarten Feldern von Biobauern zu finden seien.

Titelfoto: DPA


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