Baustelle "im Zeitplan": A20-Krater fast weg, doch das nächste Problem wartet bereits

Tribsees/Schwerin - Staus lassen sich am Nadelöhr der abgesackten A20 im sommerlichen Urlaubsverkehr kaum vermeiden, aber immerhin liegen die Bauarbeiten laut Verkehrsministerium im Zeitplan. Demnächst soll die Fahrbahn vollständig abgetragen sein. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten.

Bagger arbeiten am Rückbau des Straßendammes an dem zerstörten Teilstück der Autobahn A20.
Bagger arbeiten am Rückbau des Straßendammes an dem zerstörten Teilstück der Autobahn A20.  © Stefan Sauer/dpa

Bis Ende Mai soll die frühere Fahrbahn vollständig abgetragen sein, wie eine Sprecherin in Schwerin sagte. Rund 5500 Tonnen Asphalt seien abgefräst worden, die zum größten Teil für neue Asphaltschichten wiederverwendet würden. Außerdem seien etwa 6000 Kubikmeter leicht belasteten Erdreichs abgetragen worden. Damit könnten beispielsweise Kiesgruben verfüllt werden.

So weit, so gut: Doch laut Ministerium gibt es keine Fortschritte bei der Ausschreibungen für eine Behelfsbrücke, die eigentlich am Spätsommer über das Moor führen soll. Zwar seien Aufträge für den Auf- und Abbau der Brücke vergeben, nicht aber für die Gründungsarbeiten des notwendigen Fundamentes. Darüber liefen noch Verhandlungen, sagte die Sprecherin.

Nähere Angaben könnten wegen des laufenden Verfahrens nicht gemacht werden.

ei einem Pressetermin an der kaputten Autobahn A20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) schauen sich Arbeiter die Schäden an.
ei einem Pressetermin an der kaputten Autobahn A20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) schauen sich Arbeiter die Schäden an.  © Stefan Sauer/dpa

Seit September 2017 versank die A20-Fahrbahn bei Tribsees auf knapp 100 Metern Länge im moorigen Untergrund (TAG24 berichtete).

Zunächst war davon vor allem die Fahrbahn in Richtung Rostock betroffen, später brach auch die Gegenfahrbahn in Richtung Stettin weg. Die A20 verläuft an dieser Stelle über eine Torflinse und ruhte auf in den Boden getriebenen Säulen.

Seit dem Wegbruch des Autobahnabschnitts wird der Verkehr durch angrenzende Ortschaften geleitet.

Rund um die langen Wochenenden von Himmelfahrt und Pfingsten war es an der Engstelle zu Staus mit teils stundenlangen Wartezeiten gekommen. Bis zur Inbetriebnahme der Behelfsbrücke werde es in Spitzenzeiten immer wieder dazu gekommen, hatte das Ministerium erklärt. Durch gezielte Informationen über das Baustelleninfo-System der Straßenbauverwaltung und den Verkehrsfunk sollte den Autofahrern die Möglichkeit gegeben werden, sich darauf einzustellen.

Auch der Tourismusverband rät Reisenden, möglichst früh oder spät zu fahren, um Staus zu vermeiden. Mit der Wiedereröffnung der Autobahn wird laut offiziellen Prognosen nicht vor 2021 gerechnet.

Beim Rückbau der teilweise im Moor versunkenen Ostseeautobahn A20 sind Bagger im Einsatz.
Beim Rückbau der teilweise im Moor versunkenen Ostseeautobahn A20 sind Bagger im Einsatz.  © Bernd Wüstneck/dpa

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa


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