16.000 Euro weg! Totenwäscherin griff Bestatter in die Kasse

Bautzen - Es gibt Fälle, die lassen selbst gestandene Juristen den Kopf schütteln. Wie der von Karla N. Die heute 67-Jährige hat ihrem Chef Geldbündel aus dem Aktenschrank geklaut - und das ohne erkennbares Motiv.

Karla N.-T. hat 16 000 Euro geklaut: Was war ihr Motiv?
Karla N.-T. hat 16 000 Euro geklaut: Was war ihr Motiv?  © Ove Landgraf

Schauplatz war ein Bestattungsinstitut in Bautzen. Hier arbeitete Karla als freischaffende Heimbürgin, wusch Tote, ordnete Akten, putzte.

Im September 2016 klaute sie aus einem Umschlag 16.000 Euro, wie sie am Mittwoch vor dem Amtsgericht der Stadt einräumte. Doch: "Erst zu Hause wurde mir bewusst, was ich getan habe."

Chef Jürgen S. (63) bemerkte den Diebstahl (das Geld gehörte zu seiner Rente, die er im Schrank ansammelte), wäre aber nie auf Karla gekommen, wie er enttäuscht sagte. Kurz darauf bekam er die gesamten 16.000 Euro von ihr wieder zurück.

Das Urteil: zehn Monate Haft, ausgesetzt auf Bewährung. Während dieser Zeit muss Karla monatlich 50 Euro an einen Sozialverein zahlen.

"Wenn Sie nicht pünktlich zahlen oder auch nur eine Zahnbürste klauen, dann rücken Sie ein", so Richter Dirk Hertle.

Die vierfache Mutter und Oma nickte beflissen. Trotzdem bleiben Fragen. Nach wie vor ist das Motiv unklar. Ebenso, warum sich Karla bei der Polizei selbst belastete, indem sie die Rückgabe von 10.000 Euro und den Verlust der restlichen 6 000 Euro zu Protokoll gab.

Diffus bleibt die Frau selbst. Ist sie krank, wie sie und ihr Ex-Chef vor Gericht andeuteten? Oder ist sie durchtrieben? "Sie hat eine außerordentliche Beobachtungsgabe", so Jürgen S. Hinzu kommt: Karla wurde bereits einmal wegen Betrugs und Untreue verurteilt.

Eine später installierte Überwachungskamera zeigt, wie die Diebin am Tatort hantiert.
Eine später installierte Überwachungskamera zeigt, wie die Diebin am Tatort hantiert.  © Ove Landgraf
 Hier mauste die heute 67-Jährige aus dem Chefschrank.
Hier mauste die heute 67-Jährige aus dem Chefschrank.  © Ove Landgraf

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