Polizeichef: Gewalt in Bautzen ging von Flüchtlingen aus 

Polizeichef Uwe Kiez erläuterte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz die Ausschreitungen. 
Polizeichef Uwe Kiez erläuterte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz die Ausschreitungen.  © DPA

Bautzen - Die gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen in Bautzen (unser Artikel dazu von 7 Uhrsind von Asylsuchenden ausgegangen. 

+++ UPDATE 16.09.: Ca. 300 Rechte sorgten auch Donnerstagabend für aggressive Stimmung in Bautzen +++

Aus einer Gruppe von 15 bis 20 unbegleiteten, minderjährigen Asylbewerbern seien Flaschen und Steine in Richtung der Rechten geflogen, sagte der Bautzener Polizeichef Uwe Kilz am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Bautzen. 

Er machte aber auch klar, dass sich die Rechten zuvor auf Facebook verabredet hätten und dann im angetrunkenen Zustand versucht haben, den Flüchtlingen "habhaft zu werden." 

Auch bereits bei einer Konfrontation am vergangenen Samstag (10. September) wäre die Gewalt zunächst von jungen Flüchtlingen ausgegangen.

Die Polizei ermittelt nach den Ereignissen vom Donnerstag nun gemeinsam mit dem für Extremismus zuständigen Operativen Abwehrzentrum (OAZ). Es werde derzeit Videomaterial ausgewertet, erklärte der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Görlitz, Klaus Mehlberg, am Donnerstag in Bautzen. Ermittelt wird wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs sowie gefährlicher Körperverletzung. Zahlreiche Personalien seien aufgenommen worden, eine Reihe von Personen der Polizei bereits bekannt.

Die Polizei kündigte zudem an, ihre Präsenz auf dem Kornmarkt in Bautzen zu verstärken. "Wir werden auch in den nächsten Tagen vor Ort sein und das Problem in den Griff bekommen", sagte Mehlberg. Dafür seien noch mehr Zusatzkräfte als bisher geplant. Der Leiter des Polizeireviers Bautzen, Uwe Kilz, sieht die Polizei nach den wiederholten Einsätzen der vergangenen Tagen an der Grenze. 

Der Landkreis Bautzen will den etwa 30 in der Stadt lebenden jugendlichen Flüchtlingen nun ein Alkoholverbot und eine Ausgangssperre ab 19 Uhr aussprechen. 

Die Stadt Bautzen plant den Einsatz zusätzlicher Streetworker.

UPDATE, 16.51 Uhr: Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU, 52) äußerte sich am Donnerstag: "Der Staat darf sich das nicht gefallen lassen. Wir werden die Sicherheit in Bautzen gewährleisten. Möglichkeiten sind Aufenthalts- und Alkoholverbote."

UPDATE, 17:55 Uhr:  Tatsächlich greift der zuständige Landkreis nun gegen junge Asylbewerber hart durch. Vier Rädelsführer aus einem Wohnheim im Alter zwischen 15 und 20 Jahren wurden an andere Standorte gebracht, damit sie keinen Einfluss mehr auf ihre Mitbewohner ausüben können, teilte der Landkreis Bautzen am Donnerstag mit.

Außerdem wurde die Hausordnung in dem vom Landkreis betriebenen Heim verschärft: Für die etwa 30 in Bautzen lebenden unbegleiteten, minderjährigen Asylbewerber gelten fortan ein Alkoholverbot und eine Ausgangssperre ab 19 Uhr.

Aus einer Gruppe von 15 bis 20 unbegleiteten Asylsuchenden seien Flaschen und Steine in Richtung Rechte geflogen. 
Aus einer Gruppe von 15 bis 20 unbegleiteten Asylsuchenden seien Flaschen und Steine in Richtung Rechte geflogen.  © DPA

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