250.000 Euro Schaden! Frau plünderte ihre eigene Firma

Bautzen - Die Versuchung war wohl zu groß. Zehn Jahre war Anja B. (47) Prokuristin einer Maschinenbau-Firma in der Lausitz. Doch die Angestellte zweigte sich jede Menge Geld ab.

Anja B. (47) gestand ihre Taten am Amtsgericht in Bautzen.
Anja B. (47) gestand ihre Taten am Amtsgericht in Bautzen.  © Steffen Schulze

Nach zehn Jahren flog sie auf, verlor ihren Job und saß am Mittwoch wegen gewerbsmäßiger Untreue vorm Amtsrichter.

Tränenreich gestand Anja B.: "Ich habe das Geld für meine beiden Kinder und mich gebraucht. Unterhalt zahlte der Kindsvater nicht", so die Angeklagte, die bisher nicht vorbestraft war. Außerdem habe sie sich in der Firma, die Fräs-Anlagen herstellt und vertreibt, unterbezahlt gefühlt.

So überwies sie sich ab 2012 vom Darlehenskonto der Hauptfirma 81.300 Euro. Dabei listet die Anklage "nur" die 48 nicht verjährten Fälle auf. Denn erst 2016 fielen die Differenzen bei einer Buchprüfung auf.

Mitte 2017 zeigte sich Anja B., die ab 2009 Geld unterschlug, selbst an. Und sie unterschrieb beim Notar ein Schuldanerkenntnis über 250.000 Euro (inklusive Zinsen)!

"Ihnen wurde es aber auch leicht gemacht", resümierte Amtsrichter Dirk Hertle (56). "Sie handelten jahrelang, ohne dass es bei Prüfungen auffiel."

Anja B. bekam zwei Jahre Haft. Die Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. Dafür muss sie 1 200 Euro an die Stiftung Lichtblick zahlen.

Die betrogene Firma hat ihren Hauptsitz in Großröhrsdorf.
Die betrogene Firma hat ihren Hauptsitz in Großröhrsdorf.  © Steffen Schulze

Titelfoto: Steffen Schulze

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