Hier müssen zwei Böller-Pöbler Entschuldigungen schreiben

Bautzen - Nein, diese Lausbuben müssen nicht in der Schule nachsitzen. Hier schreiben stattdessen zwei Silvester-Rowdys Entschuldigungen an den Staatsanwalt. Paul K. (21) und Justin K. (21) benahmen sich in der Feiernacht 2018 derart daneben, dass sie im Amtsgericht Bautzen landeten.

Paul K. (21) und Justin K. (21) pinselten im Gericht fix Entschuldigungen, um einer Strafe zu entgehen.
Paul K. (21) und Justin K. (21) pinselten im Gericht fix Entschuldigungen, um einer Strafe zu entgehen.  © privat

"Uns fiel eine Rakete von der Friedensbrücke. Die wollten wir holen", so Paul kleinlaut, der mit Justin und anderen seinerzeit ab nachmittags "getankt" hatte.

Der Böller plumpste auf ein umschlossenes Grundstück. Dessen Eigentümer war nicht erfreut, als dort die Trunkenbolde aufkreuzten. Er verscheuchte sie.

Die Jugendlichen aber stiegen erneut über die Mauer und drohten: "Das überlebst Du nicht." Außerdem fielen Beleidigungen. Pech für die Pöbler: Ihr "Opfer" war ein Staatsanwalt (58), der freilich Anzeige erstattete.

Die Jugendlichen mussten dann wie üblich zur Jugendgerichtshilfe, um einen Prozess abzuwenden.

Dort wurde vereinbart: Die Rowdys entschuldigen sich schriftlich beim Staatsanwalt, dann ist die Sache vom Tisch.

600 Euro für eine Rakete

Aber: "Das habe ich aus Faulheit nicht gemacht", so Paul betreten, Justin nickte. Prompt mussten die Freunde doch noch vor Gericht. Dort drückte ihnen gestern die Richterin Papier in die Hand und sagte: "Entschuldigung schreiben! Das kann ja nicht so schwer sein!" Eifrig pinselten Paul und Justin ihre Zeilen. Daraufhin wurde das Verfahren endgültig eingestellt.

Ihr mitangeklagter Kumpel Erik (21) allerdings kommt nicht so glimpflich davon. Er erschien gar nicht erst zum Prozess und soll nun 600 Euro Strafe zahlen. Alles wegen einer Rakete!

Eine Silvesterrakete, die von der Friedensbrücke fiel, sorgte für einen Prozess am Amtsgericht.
Eine Silvesterrakete, die von der Friedensbrücke fiel, sorgte für einen Prozess am Amtsgericht.  © Peter Schulze

Titelfoto: privat

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0