Gewalt auf dem Kornmarkt: Ermittlungen gegen Polizeibeamte!

Auf dem Bautzner Kornmarkt griffen Beamte ein. Jetzt wird gegen Polizisten ermittelt (Symbolbild).
Auf dem Bautzner Kornmarkt griffen Beamte ein. Jetzt wird gegen Polizisten ermittelt (Symbolbild).  © DPA / Xcitepress (Symbolbild)

Bautzen - In der Nacht zum Donnerstag, dem 28. Juli 2017, kam es auf dem Bautzner Kornmarkt zu Auseinandersetzungen, die einen Polizeieinsatz ausgelöst hatten. Jetzt wurden Ermittlungen gegen beteiligte Polizeibeamte eingeleitet.

Die Polizei berichtete in einer Pressemitteilung, dass ursprünglich drei Asylsuchende (17,18 und 21 Jahre alt) mit einem 34-jährigen aus Bautzen in Streit geraten waren. Später griffen Schaulustige ein, die Situation eskalierte, weil mehrere betrunkene Personen mitmischten. Es wurden Platzverweise ausgesprochen, ein Asylbewerber leistete Widerstand und musste deshalb die Nacht in Polizeigewahrsam verbringen.

So die offizielle Version. In einem Blogbeitrag wurden dagegen schwere Vorwürfe gegen die Polizei laut. Dort berichtete eine Augenzeugin, dass beim Geschehen ein Flüchtling von gut 20 Nazis bepöbelt und gar bespuckt wurde. Anstatt ihm zu helfen, sollen die Polizisten das Opfer jedoch sogar noch verhöhnt und auf das Übelste beleidigt haben.

Zudem kursiert auf Facebook ein Video der Ereignisse. Dort sind Schreie zu hören und umherrennende Personen zu sehen, ehe die Polizei eine beteiligte Person dunkler Hautfarbe zu Boden drückt, den Mann zwingt, aufzustehen, und ihn schließlich davon schleift.

Wie die Polizeidirektion Görlitz mitteilt, sind nach dem Bekanntwerden des Clips und des Blog-Beitrags Ermittlungen der Kriminalpolizei eingeleitet worden. Es wird untersucht, ob die Vorwürfe gegen die Beamten strafrechtlich geprüft werden müssen. Dazu werden Zeugenaussagen durchgeführt, in deren Rahmen die Bloggerin bereits vorgeladen wurde, auch weitere Zeugen vernommen werden.

Dadurch möchte sich die Polizei ein komplettes Bild der turbulenten Nacht am Bautzner Kornmarkt erstellen. Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauern an.


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