In letzter Sekunde: Polizist rettet Opa das Leben

Der Polizeiobermeister hatte gemeinsam mit Kollegen schon während des Dienstes über Stunden hinweg vergeblich nach dem Vermissten gesucht.
Der Polizeiobermeister hatte gemeinsam mit Kollegen schon während des Dienstes über Stunden hinweg vergeblich nach dem Vermissten gesucht.

Von Andrzej Rydzik

Bautzen - Der vermisste Opa ließ ihm einfach keine Ruhe, bis er ihn völlig entkräftet und dehydriert im Gestrüpp fand: Polizeiobermeister Steffen Schönfelder (39) hat einem 76-Jährigen das Leben gerettet. Nach Dienstschluss entdeckte der engagierte Polizist den kranken Senior, der Freitag aus einem Pflegeheim ausgebüxt war.

„Auch wenn solche Vermissten-Fälle oft vorkommen, kann ich damit nie wirklich abschließen. Es beschäftigt mich, denn vor allem die Angehörigen hoffen auf unseren Einsatz“, sagt der Polizeiobermeister.

Steffen Schönfelder ist Polizist durch und durch - und jetzt auch Lebensretter. Mit mehreren Kollegen war er Sonnabend auf der Suche nach Klaus-Dieter N., der Freitag aus dem Heim in Kleinwelka ausgerissen war.

Nach Dienstschluß entdeckte Polizeiobermeister Steffen Schönfelder (39) einen Vermissten (76) in diesem Gebüsch an der B96.
Nach Dienstschluß entdeckte Polizeiobermeister Steffen Schönfelder (39) einen Vermissten (76) in diesem Gebüsch an der B96.

Schlecht zu Fuß und pflegebedürftig war der 76-Jährige die B96 Richtung Bautzen gelaufen. Nach 800 Metern bei mehr als 35 Grad Celsius muss er sich erschöpft in ein Gebüsch am B96-Radweg gelegt haben.

Steffen Schönfelder: „Wir hatten dort mit hohen Aufwand gesucht. Ich war zu Fuß bei der Suche eingesetzt. Selbst der Hubschrauber hatte ihn im dichten Gestrüpp nicht sehen können.“ Auch ein Fährtenhund fand den Vermissten bei den tropischen Temperaturen nicht.

Gegen 18 Uhr schwang sich der Polizeiobermeister auf sein Fahrrad, fuhr in Gedanken beim vermissten Opa Richtung Kleinwelka los. „Es war nicht mehr als ein Stofffetzen im Gebüsch, der mich stutzig machte. Ich stieg vom Rad, sah ihn und dachte, er ist tot.“

Er sprach Klaus-Dieter N. an, der mit letzter Kraft seine Hand hob. „Ich habe ihm das ganze Ungeziefer aus dem Gesicht gewischt, Kollegen und Rettungsdienst alarmiert. Er muss schon 24 Stunden dort gelegen haben“, so der 39-Jährige. Klaus-Dieter N. kam in eine Klinik, ist zum Glück auf dem Weg der Besserung.

Fotos: Weihs, Polizei


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