Schul-Desaster: Parteifreunde nehmen Kultusministerin unter Feuer

Brunhild Kurth (63, CDU) bekommt heftigen Gegenwind aus den eigenen Reihen.
Brunhild Kurth (63, CDU) bekommt heftigen Gegenwind aus den eigenen Reihen.

Bautzen - Macht die Struktur von Sachsens neuer Super-Behörde den Lehrermangel nur noch schlimmer? Das geplante Landesamt für Schule und Bildung sorgt weiter für einen Sturm der Entrüstung: Nun bekommt Kultusministerin Brunhild Kurth (63, CDU) auch noch heftigen Gegenwind aus den eigenen CDU-Reihen im Landtag.

Am 1. Januar 2018 sollen Bildungsagentur und Bildungsinstitut zum neuen Landesamt verschmelzen. Viele Aufgaben sollen offenbar zentralisiert werden. Laut Sächsischem Lehrerverband (SLV) sind Einschnitte bei den fünf Regionalstellen der Bildungsagentur (Dresden, Leipzig, Chemnitz, Bautzen, Zwickau) geplant. Diese durften bisher alle Lehrer einstellen. Nun soll die Aufgabe auf die drei Großstädte konzentriert werden. Bautzen und Zwickau sollen degradiert werden.

Das treibt nicht nur CDU-Landräte, sondern auch CDU-Landtagsabgeordnete gegen die Ministerin auf die Barrikaden - in Sachsen ungewöhnlich. Die Bautzner Abgeordnete Patricia Wissel (41, CDU) nannte die Pläne "indiskutabel". Es werde immer schwieriger, genügend qualifizierte Lehrer für die Region Bautzen zu finden: "In dieser Situation verbieten sich Experimente im Bereich der Schulverwaltung."

Auch ihr Oberlausitzer CDU-Kollege Stephan Meyer (36) kritisiert, dass eine strukturelle Neuorganisation der falsche Ansatz sei. Dies trage zusätzliche Unsicherheit in die Schulverwaltung. Zuvor hatten sich bereits die ostsächsischen CDU-Landräte "erschüttert" über die Pläne gezeigt.

Das Ministerium verwies auf das laufende Beteiligungsverfahren. "Noch steht nichts fest", so Sprecher Dirk Reelfs. Die Details der Struktur seien noch offen.


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