Bautzen unterm Hakenkreuz: Neue Ausstellung erinnert an Verfolgung

Bautzen - Das Gefängnis Bautzen II ist bis heute vor allem als "Stasi-Knast" bekannt. Die Staatssicherheit der DDR hatte dort schon 1956 eine Sonderhaftanstalt eingerichtet.

Silke Klewin, Gedenkstätten-Leiterin im ehemaligen Stasi-Knast, mit der Aktes eines der Nazi-Opfer, die in Bautzen leiden mussten.
Silke Klewin, Gedenkstätten-Leiterin im ehemaligen Stasi-Knast, mit der Aktes eines der Nazi-Opfer, die in Bautzen leiden mussten.  © dpa/Miriam Schönbach

Im Hochsicherheitstrakt gab es 200 Haftplätze für Regimekritiker, Gefangene aus Westdeutschland, Spione oder Kriminelle mit prominentem Sonderstatus.

Doch schon von den Nazis wurde das Gefängnis zur Unterdrückung genutzt.

Hier schmachteten Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Juden und Sorben. Ein prominentes Opfer: KPD-Chef Ernst Thälmann. Er war bis 1944 für ein Jahr in Bautzen in "Schutzhaft", bevor er im KZ Buchenwald umgebracht wurde.

An dieses Kapitel der Verfolgung erinnert ab Mittwoch eine neue Ausstellung. Wissenschaftler haben dafür 30 Lebensläufe von Opfern und Tätern erforscht.

Die neue Ausstellung berichtet auch davon, wie sich die NS-Ideologie in den Reihen der Justizbeamten verankerte.

Titelfoto: dpa/Miriam Schönbach


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