TAG24-Bundesliga-Analyse: Bayer Leverkusen auf Kurs Champions League?

Endlich geht es wieder los! Bereits am kommenden Wochenende starten die Bundesligisten im DFB-Pokal in die neue Saison. In der großen Analyse nimmt TAG24 alle 18 Klubs genau unter die Lupe und schätzt die Stärken, Schwächen und den Kader der Teams ein.

Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen will es wissen! Mehr als 60 Millionen Euro hat die Werkself für vier Neuzugänge ausgegeben. Diese dürften sich allesamt als Verstärkungen erweisen.

Der Top-Transfer

Der größte Coup ist Bayer mit Hoffenheims Spielgestalter Kerem Demirbay gelungen. Der zentrale Mittelfeldspieler besticht durch seine überragende Technik und seine herausragenden spielgestalterischen Fähigkeiten. Dazu verfügt er über eine erstklassige Schusstechnik und ist durch seine Pässe in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr gefürchtet.

Kein Wunder, dass Leverkusen satte 32 Millionen Euro Ablösesumme (!) an die TSG 1899 Hoffenheim überwies. Bleibt Demirbay endlich mal über eine ganze Saison verletzungsfrei, wird er Leverkusen einen deutlichen Qualitätsschub nach vorne verpassen.

Zwölf Tore und 22 direkte Vorlagen in 76 Bundesliga-Spielen schüren die Vorfreude auf den 26-jährigen, ehemaligen deutschen Nationalspieler.

 Kerem Demirbay (l.) und Moussa Diaby dürften für Bayer 04 Leverkusen große Verstärkungen sein.
Kerem Demirbay (l.) und Moussa Diaby dürften für Bayer 04 Leverkusen große Verstärkungen sein.  © Marius Becker/dpa

Alle Neuzugänge

Neben Demirbay wurde auch Nadiem Amiri von Hoffenheim geholt. Die beiden verstehen sich nach mittlerweile drei gemeinsamen Jahren in einer Elf blind und heben die ohnehin hohe spielerische Klasse der Werkself noch einmal deutlich an. Da Amiri nur noch ein Jahr Vertrag hatte, machte Bayer ein Schnäppchen und holte den deutschen U21-Nationalspieler für lediglich neun Millionen Euro.

Als weiterer Coup könnte sich Moussa Diaby erweisen. Der pfeilschnelle, technisch versierte Linksaußen kam für 15 Millionen Euro von Paris Saint-Germain, wo er unter dem deutschen Trainer Thomas Tuchel bereits regelmäßig im Starensemble zum Einsatz kam. Der 19-Jährige besitzt alle Anlagen, sich bei B04 auf Anhieb durchzusetzen.

Dazu holte Bayer mit dem niederländischen Linksverteidiger Daley Sinkgraven endlich den ersehnten Konkurrenten für den Brasilianer Wendell. Werkself-Coach Peter Bosz kennt die Qualität des früheren Junioren-Nationalspielers aus der gemeinsamen Zeit bei Ajax Amsterdam, wo er in der Vorsaison verletzungsbedingt nur selten zum Einsatz kam. Nun wagt der hochveranlagte 24-Jährige einen Neustart in Leverkusen und gilt als Wunschspieler seines Trainers.

Außerdem wurde Adrian Stanilewicz (defensives Mittelfeld) aus der eigenen U19 hochgezogen. Zudem kehrte Keeper Niklas Lomb nach seiner Sandhausen-Leihe zurück.

 B04-Coach Peter Bosz (M.) mit den Neuzugängen Daley Sinkgraven (l.), Moussa Diaby (Zweiter von links), Niklas Lomb (Zweiter von rechts) und Kerem Demirbay (r.).
B04-Coach Peter Bosz (M.) mit den Neuzugängen Daley Sinkgraven (l.), Moussa Diaby (Zweiter von links), Niklas Lomb (Zweiter von rechts) und Kerem Demirbay (r.).  © Marius Becker/dpa

Alle Abgänge

Vor allem der Verlust von Julian Brandt schwächt die Bayer-Elf. Dank einer Ausstiegsklausel konnte der deutsche Nationalspieler für lediglich 25 Millionen Euro gehen - und entschied sich für Borussia Dortmund.

Doch Brandt ist der einzige Stammspieler, der den Verein verlassen hat. Sonst wurde noch Dominik Kohr für 8,5 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt abgegeben, dazu ging Sam Schreck zum FC Groningen in die Niederlande, wo es auch Ersatztorwart Thorsten Kirschbaum hinzog, der zu VVV-Venlo wechselte.

Des Weiteren schlug Jan Boller seine Zelte in Österreich beim LASK auf, während sich Schlussmann Tomasz Kucz auf Vereinssuche befindet. Zu guter Letzt endete die Leihe von Isaac Kiese Thelin, der zum RSC Anderlecht zurückkehrte.

 Der Abgang von Julian Brandt schmerzt Bayer Leverkusen. Doch für guten Ersatz wurde gesorgt.
Der Abgang von Julian Brandt schmerzt Bayer Leverkusen. Doch für guten Ersatz wurde gesorgt.  © Paul Zinken/dpa

Packendes Westduell im DFB-Pokal: Der Tivoli und Alemannia Aachen warten

Im ersten Pflichtspiel der Saison wartet der frühere Bundesligist Alemannia Aachen auf Leverkusen. Die Partie dürfte stimmungsvoll werden - alles andere als ein Bayer-Sieg beim Viertligisten wäre allerdings eine Riesensensation.

Denn für alles andere ist das Team vom Tivoli schlichtweg nicht gut genug besetzt.

Im DFB-Pokal muss Bayer Leverkusen auf dem modernen, engen TIvoli bei Alemannia Aachen antreten.
Im DFB-Pokal muss Bayer Leverkusen auf dem modernen, engen TIvoli bei Alemannia Aachen antreten.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Saisonziel

Bosz setzt auf mitreißenden Offensivfußball, wie er im Interview mit dem "Sportbuzzer" sagte. Die Zuschauer sollen nicht vor Langeweile auf ihr Handy schauen, sondern Spektakel geboten bekommen: "Ich möchte eigentlich immer, dass ich 90 Minuten lang gar nicht auf mein Handy schaue, dann habe ich viel Spaß und auch der Trainer hat alles richtig gemacht."

Auch Niko Kovac, Trainer des FC Bayern München und früherer Leverkusen-Spieler schätzt neben Borussia Dortmund und Leipzig die Werkself als starken Konkurrenten ein: "Bayer Leverkusen wird eine sehr gute Rolle spielen. Die Entwicklung der Mannschaft unter Peter Bosz ist richtig gut, sie spielen tollen Fußball. Ich rechne mit ihnen."

 Für Trainer Peter Bosz dürfte intern wohl erneut die Qualifikation für Champions League das Ziel sein.
Für Trainer Peter Bosz dürfte intern wohl erneut die Qualifikation für Champions League das Ziel sein.  © Marius Becker/dpa

TAG24-Prognose zu Bayer 04 Leverkusen

Alles andere als die erneute Champions-League-Qualifikation wäre für Bayer eine Enttäuschung. Leverkusen ist in jedem Mannschaftsteil exzellent besetzt.

Im Tor steht mit Lukas Hradecky ein sicherer Rückhalt. Fällt er aus, sind Ramazan "Rambo" Özcan und Lomb zur Stelle.

In der Innenverteidigung ist der deutsche Nationalspieler Jonathan Tah gesetzt. Um den anderen Platz kämpfen Panagiotis Retsos, Sven Bender, Aleksandar Dragovic und Tin Jedvai.

Auf der rechten Defensivseite ist wohl Mitchell Weiser gesetzt - aber nur, wenn er konstanter und besser spielt als in der letzten Saison. Ansonsten könnten ihn Lars oder Sven Bender vertreten. Links wird es hingegen ein enges Duell zwischen Wendell und Sinkgraven geben, was der Niederländer wohl knapp für sich entscheiden dürfte.

In der Mittelfeldzentrale hat Bosz dann die Qual der Wahl: Demirbay und Kai Havertz sind offenbar gesetzt. Um den letzten freien Platz streiten sich Kapitän Lars Bender, Amiri, Charles Aránguiz, Julian Baumgartlinger und Stanilewicz.

Auf den offensiven Außenbahnen stehen mit Diaby, Karim Bellarabi, Leon Bailey und Paulinho starke Kicker zur Verfügung. Im Mittelsturm ist Kevin Volland gesetzt. Fällt er aus oder hilft auf den Flügeln aus, kommt Lucas Alario ins Spiel. Dahinter gibt es mit Joel Pohjanpalo eine gute Alternative.

Mit diesem Kader scheint Leverkusen für die Dreifachbelastung bestens gerüstet sein. Läuft alles optimal, könnte Bayer sogar ins Titelrennen eingreifen. Mehr als eine Außenseiterchance hat die Werkself aber nicht. Ein Platz unter den Top-Vier sollte es am Ende aber werden.

 Mit seinen klugen Verstärkungen wird Bayer Leverkusen vermutlich erneut um die Königsklasse mitspielen.
Mit seinen klugen Verstärkungen wird Bayer Leverkusen vermutlich erneut um die Königsklasse mitspielen.  © Marius Becker/dpa

Die bereits veröffentlichten Analysen

Borussia Dortmund

RB Leipzig

Eintracht Frankfurt

1. FSV Mainz 05

SC Freiburg

Fortuna Düsseldorf

FC Augsburg

Borussia Mönchengladbach

1. FC Köln

TSG 1899 Hoffenheim

Hertha BSC

FC Schalke 04

SC Paderborn 07

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