Bayerischer Exportschlager: Oktoberfeste gibt es auf der ganzen Welt

München - Das Münchner Oktoberfest 2018 war ein voller Erfolg und alle Wiesn-Besucher fiebern bereits dem 21. September 2019 entgegen, wenn die Wirte in die Festzelte einziehen und das Spektakel von neuem beginnt.

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Mit 6,3 Millionen Gästen war in diesem Jahr zwar weniger los als bei der Rekord-Wiesn 1985 (7,1 Millionen), aber mit 7,5 Millionen Litern Bier wurde der Bestwert aus 2017 eingestellt. Erstaunlicherweise gab es dennoch weniger Schlägereien und Verletzte - dafür aber mehr Alkoholvergiftungen.

Von München ans andere Ende der Welt

Von solchen Zahlen kann man anderswo auf der Welt nur träumen. Das Original-Oktoberfest findet zwar viele Nachahmer in aller Herren Länder, aber dort werden kleinere Brezen gebacken.

Dennoch staunt man immer wieder, welche Begeisterung für bayerische Traditionen in China, Brasilien oder Kanada herrscht. Auch dort gibt es Oktoberfeste, die hunderttausende Besucher anziehen.

In den anderen Ländern sieht die Kleiderordnung sicher nicht so aus wie beim Original in München, wo Dirndl und Lederhose einfach dazugehören. Doch sicherlich gibt es auch dort den ein oder anderen Gast, der die bayerischen Bräuche kennt, etwa wo die Schleife der Dirndl-Schürze zu sitzen hat. Daran lässt sich nämlich erkennen, ob es sich um eine verheiratete Frau handelt oder ob die Dame noch Single ist.

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In China liebt man deutsche Traditionen

Das zweitgrößte seiner Art ist das seit 1991 stattfindende Qingdao International Beer Festival, das ungewöhnlicherweise von Ende Juli bis Ende August stattfindet. In der Region gab es früher eine deutsche Kolonie. Heute kommen bis zu vier Millionen Chinesen zum Golden Sand Beach, um Bier (“der Nektar Gottes”) zu trinken und Spaß zu haben.

Deutsche Wurzeln gibt es auch in Kanada. Dort lockt das Kitchener-Waterloo-Oktoberfest seit über 45 Jahren Einheimische und Touristen an - fast eine Million in einer Woche. Nirgendwo anders in Nordamerika gibt es eine größere Wiesn. Und so muss sich auch das Oktoberfest Zinzinnati in den USA geschlagen geben, das es “nur” auf 500.000 Besucher bringt.

Es dauert allerdings auch nur ein Wochenende. Immerhin werden dabei mehr als 80.000 Bratwürste, 850 Kilogramm Kartoffelsalat und 23.000 Brezen verspeist.

Auch Dirndl und Lederhosen kaufen die Chinesen, Kanadier und US-Amerikaner mittlerweile, wie ein Sprecher von Alpenclassics.de, einem der größten Onlineshops für Trachtenmode in Deutschland, verrät. So beliebt wie in einigen der europäischen Nachbarländer, vor allem in Italien, seien diese aber noch nicht.

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Beliebte Wiesn in Südamerika

Auf dem Oktoberfest im brasilianischen Blumenau wird ebenfalls viel Bier ausgeschenkt und gut gegessen. Mit 700.000 Teilnehmern ist es das drittgrößte weltweit und nach dem Karneval in Rio das beliebteste Volksfest des Landes.

Inzwischen kommen auch viele ausländische Gäste auf die südamerikanische Wiesn, die 1984 initiiert wurde, um Geld zu sammeln für den Wiederaufbau der Region nach den großen Überschwemmungen des Flusses Rio Itajaí. Und auch an der Pazifikküste des Kontinents wird gern nach bayerischem Vorbild gefeiert: auf dem Oktoberfest in der peruanischen Hauptstadt Lima.

In Europa, Asien, Nord- und Südamerika gibt es also jede Menge Fans von frisch gezapftem Bier, Würsten, Hendl und Brezen.

Doch was ist mit den Australiern am anderen Ende der Welt? Ja, auch dort gibt es ein Oktoberfest, wenngleich es mit rund 40.000 Besuchern vergleichsweise klein ist. Es findet in Brisbane im Bundesstaat Queensland statt. Weitere Wiesn-Hochburgen sind Windhoek in Namibia und das japanische Tokio.


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