Darum gab es heute Morgen Sendeausfälle bei den Öffentlich-Rechtlichen

München - Zum ersten Mal ist es wegen eines Tarifstreits beim Bayerischen Rundfunk (BR) zu Sendeausfällen gekommen. Ein befristeter Warnstreik war der Grund dafür.

Erstmals ist es im Tarifkonflikt beim Bayerischen Rundfunk (BR) zu Sendeausfällen durch einen befristeten Warnstreik gekommen.
Erstmals ist es im Tarifkonflikt beim Bayerischen Rundfunk (BR) zu Sendeausfällen durch einen befristeten Warnstreik gekommen.  © Peter Kneffel/dpa

Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) und die Gewerkschaft Verdi hatten Redakteure und freie Journalisten zu einer Arbeitsniederlegung für 24 Stunden aufgerufen.

Besonders betroffen waren die Radiosender B5 aktuell, Bayern 2 und BR Klassik. Sie alle wurden auf Bayern 3 umgeschaltet, wie der BR laut dpa-Meldung mitteilte.

BR Heimat, Bayern plus und PULS sendeten ein eigenes, aber reduziertes Programm. BJV-Chef Michael Busch zeigte sich zufrieden mit der Aktion.

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Der öffentlich-rechtliche BR versucht nach eigenen Angaben die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass es zu Beeinträchtigungen oder zeitweisen Sendeausfällen kommen.

Die Gewerkschaften orientieren sich am jüngsten Tarifabschluss für die Angestellten der Bundesländer. Sie fordern eine Erhöhung von sechs Prozent bei den Gehältern, Honoraren und Gagen. Der Sender bietet bislang zum 1. Oktober 1,9 Prozent mehr und in einer zweiten Stufe zum 1. April nächsten Jahres nochmals 2,0 Prozent. Hinzu käme eine Einmalzahlung für die Monate April bis September dieses Jahres.

BR-Verwaltungsdirektor Albert Frenzel stellt sich vor das Angebot des Bayerischen Rundfunks. Der Rundfunkbeitrag wäre schließlich seit vielen Jahren nicht erhöht worden sei. Ziel sei, einen weiteren Abbau von Programm und Beschäftigung abzuwenden. Der Chef des Journalistenverbandes Busch hält dagegen. Man müsse an den Strukturen sparen und nicht bei den Beschäftigten.

Die Tarifverhandlungen betreffen nach BR-Angaben rund 3500 feste Mitarbeiter und knapp 1700 arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiter sowie gut 400 Gagenempfänger.

Bei anderen ARD-Sendern gab es in dieser Tarifrunde bereits in den vergangene Wochen Streikaktionen - und nun auch wieder am Mittwoch. Auch hier waren die Auswirkungen spürbar: ARD und ZDF konnten das "Morgenmagazin" nicht live senden wegen eines Warnstreiks beim Westdeutschen Rundfunk (WDR).

Ein Plakat mit der Aufschrift "Streik" wird vor dem Funkhaus des bayerischen Rundfunk aufgehängt.
Ein Plakat mit der Aufschrift "Streik" wird vor dem Funkhaus des bayerischen Rundfunk aufgehängt.  © Peter Kneffel/dpa

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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