"Alle zittern und haben Angst!" Fürstenfeldbrucks Asylunterkunft hat Probleme

Fürstenfeldbruck - Die Flüchtlingsunterkunft in Fürstenfeldbruck nahe München steht seit langer Zeit in den Negativschlagzeilen.

Die Belegungszahlen in der Unterkunft Fürstenfeldbruck scheinen zu hoch zu sein.
Die Belegungszahlen in der Unterkunft Fürstenfeldbruck scheinen zu hoch zu sein.  © DPA

Die Polizei muss oft anrücken. Auseinandersetzungen zwischen den untergebrachten Asylbewerbern oder gegenüber dem Wachdienst sind an der Tagesordnung.

Es ist ein ehemaliges Fliegerhorst-Gelände. Dort sollen inzwischen mehr als 1000 Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht sein. Das bestätigt das bayerische Sozialministerium laut Focus Online.

Und es wurde in den vergangenen Wochen noch enger in der Unterkunft. Ursprünglich sei gar eine Belegung für bis zu 1600 Personen geplant. So habe sich die Stimmung durch die hohe Auslastung weiter verschlechtert. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung": "Der Lagerkoller bricht aus", zitiert die Zeitung Werner Kainzinger (Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes die medizinische Versorgung in der Unterkunft).

Fast alle Untergebrachten kommen aus westafrikanischen Ländern und haben demzufolge kaum Hoffnung, als Flüchtlinge anerkannt zu werden. Diese Perspektivlosigkeit drückt auf die Stimmung.

Es herrscht Angst in Fürstenfeldbruck

Die Situation in der Unterkunft ist von Angst geprägt.
Die Situation in der Unterkunft ist von Angst geprägt.  © dpa (Symbolbild)

Weil in letzter Zeit die Polizei nachts verstärkt Ausreisepflichtige aus der Unterkunft zur Abschiebung abhole, wird die Stimmung unter den "Insassen" gereizter.

Panik unter den Asylbewerbern mache sich breit. Die Angst vor den Abschiebungen führt dazu, dass sich viele der Asylsuchenden verstecken. Andere tauschten etwa unerlaubt die Zimmer. "Alle zittern, alle haben Angst", beschreiben Caritas-Mitarbeiter die Situation.

Die Polizei muss aber beschlossene Abschiebungen durchsetzen. Das ist gesetzlich in Deutschland so geregelt. Medienberichten zufolge hatte die Stadt wiederholt versucht, die Belegungs-Obergrenze durchzusetzen. Fürstenfeldbruck aber konnte sich nicht gegenüber der Landesregierung durchsetzen.

Auf Nachfrage von Focus Online teilte das zuständige bayerische Sozialministerium mit, dass man keine Maßnahmen zur Entlastung der Einrichtung plane, wie etwa einer Verlegung von Menschen in andere Unterkünfte.

"Konkrete Erkenntnisse über die Stimmungslage unter den Bewohnern" lägen dem Ministerium nicht vor, schreibt Focus Online. In Bayern würden "alle Asylsuchenden human untergebracht und versorgt".


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