Bayern-Legende muss Platz räumen, Kovac rastet in Kabine offenbar aus

München - Beim FC Bayern München brennt es auf allen Ebenen: Erschreckende Leistungen und Nebenschauplätze prägen aktuell das Bild beim Rekordmeister. Ruhe will an der Säbener Straße zurzeit jedenfalls nicht einkehren.

Paul Breitner ist aktuell auf der Ehrentribüne kein gern gesehener Gast. (Archivbild)
Paul Breitner ist aktuell auf der Ehrentribüne kein gern gesehener Gast. (Archivbild)  © DPA

Die Chefetage der Roten reagiert ungewohnt gereizt, dünnhäutig und gar innerhalb der "eigenen Reihen" aggressiv, von dem altbekannten Münchner "Mia san mia" ist scheinbar nicht mehr viel übrig. Nun hat der Zorn der Bosse Bayern-Legende Paul Breitner (67) getroffen. Dies berichtet die Bild.

Aufgrund der unverhohlen Kritik des 67-Jährigen, der im Hinblick auf die Leistungen und das Auftreten des Rekordmeisters etwa in Form der äußerst umstrittenen Pressekonferenz vor wenigen Wochen kein Blatt vor den Mund nahm, verbannte der Verein ihn nun von der Ehrentribüne.

"Ich bin nach wie vor deprimiert, weil ich mir nie vorstellen konnte in 48 Jahren, die ich mit oder am Rande des FC Bayern lebe, dass sich dieser Verein diese Blöße gibt, dass er diese Schwäche zeigt", hatte Breitner etwa im BR hinsichtlich der vielfach kritisierten Medien-Schelte erklärt - und seinen alten Freund Uli Hoeneß (66) ins Visier genommen.

"Was den Uli angeht: Ich verstehe vieles nicht, was dort passiert ist", hatte die Legende ergänzt. Es waren anscheinend Worte, die bei Hoeneß nachhallten.

Breitner per Anruf informiert

Überbringer der Nachricht war allerdings nicht der 66 Jahre alte FCB-Präsident selbst, sondern Jan-Christian Dreesen (51), der beim FC Bayern unter anderem für die Finanzen des Vereins zuständig ist.

"Es gab einen Anruf von Herrn Dreesen, mir werde von Uli Hoeneß nahegelegt, mich auf absehbare Zeit nicht im Ehrengast-Bereich blicken zu lassen", schilderte Breitner dem Blatt. Er habe Dreesen in diesem Zusammenhang entsprechend mitgeteilt, damit ohnehin gerechnet zu haben, so Breitner: "Und ich möchte den einen oder anderen im Moment sowieso nicht sehen."

Die Vereinslegende ging aber sogar noch einen Schritt weiter: "Ich habe daraufhin beschlossen, meine zwei Ehrenkarten, die ich als Ehrenspielführer auf Lebenszeit besitze, zu Händen von Herrn Dreesen zurückzuschicken. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich Freikarten will." Er werden sich seine Karten "ganz normal kaufen, wenn ich ins Stadion gehen will."

Die gezeigten Leistungen der letzten Wochen dürften Breitner aber wohl nicht allzu schnell dazu veranlassen, seinen Geldbeutel zu zücken und es sich einmal mehr auf der Tribüne der Münchner Allianz Arena bequem zu machen.

Kovac-Ausraster bei Teamsitzung

Niko Kovac steht beim FC Bayern München offenbar vor dem Aus. (Archivbild)
Niko Kovac steht beim FC Bayern München offenbar vor dem Aus. (Archivbild)  © DPA

Wirklich bequem hat es auch Niko Kovac (47) auf seinem Trainerstuhl nicht, denn dieser wackelt gewaltig. Böse Zungen dürften gar behaupten, dass der Kroate diesen nur noch für seinen Nachfolger warmhalten würde. Vor allem eine Verpflichtung von Arsène Wenger (69) soll es den Bayern-Bossen bei einem Kovac-Aus scheinbar angetan haben.

Während sich Kovac nach außen hin dennoch möglichst gelassen präsentiert und auch bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in der Champions League gegen Benfica Lissabon (Dienstag, 21 Uhr) das Verhältnis zu seinen Spielern lobte und angab, um seinen Posten kämpfen zu wollen, scheint das angespannte Nervenkostüm des Übungsleiters hinter der Fassade klar erkennbar zu bröckeln.

Wie die Bild erfahren haben will, soll Kovac in der Kabine bei einer Teamsitzung am Sonntagmorgen geradezu aus der Haut gefahren sein und seinem angestauten Frust gegenüber seiner Mannschaft mit einem Rundumschlag Luft verschafft haben.

Der 47-Jährige, der bei seiner Kabinenpredigt sogar den eigenen Rauswurf thematisiert haben soll, übte laut Informationen der Zeitung heftige Kritik an der Einstellung seiner Akteure. Diese würden sich zurücklehnen, während er selbst für alles äußerst hart gekämpft habe.

Die Schuld an den Leistungen der letzten Partien würden laut Kovac deshalb die Spieler selbst tragen - und nur diese. Er stünde schließlich nicht auf dem Feld, wolle allerdings vor einem möglichen Abschied "noch etwas machen". Konkret wurde er bei der Aussage laut der Zeitung aber nicht.

Graben wächst offenbar weiter

Wirklich viel Verständnis dürfte er für seine offenen Worte wohl kaum geerntet haben. Stattdessen soll der offenbar bereits existierende Graben zwischen Spielern, die zuletzt nicht den Eindruck erweckten, sich für ihren Boss auf dem Rasen den Hintern aufreißen zu wollen, und Trainer durch die scharfe Ansprache nur gewachsen sein.

In der Bundesliga haben die Münchner nach dem bitteren 3:3-Remis gegen Fortuna Düsseldorf am Wochenende inzwischen bereits neun Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund (30 Punkte), lediglich 21 Punkte stehen nach 12 absolvierten Spieltagen zu Buche. Auch Borussia Mönchengladbach (26), Eintracht Frankfurt (23) sowie RB Leipzig (22) liegen vor dem Rekordmeister.

Da hilft es Kovac wenig, dass zumindest in der Champions League die Resultate weitestgehend stimmen. Ein Dreier gegen Benfica ist dennoch Pflicht, sonst könnte es vielleicht der letzte Auftritt Kovacs als Bayern-Coach gewesen sein.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß reagierte zuletzt öfters dünnhäutig und gereizt. (Archivbild)
Bayern-Präsident Uli Hoeneß reagierte zuletzt öfters dünnhäutig und gereizt. (Archivbild)  © DPA

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